Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Beantwortung  einiger  Fragen  rc.
243
der  Larven  des  grünen  Wasserfrosches  wie  auch  des
Laubfrosches:  zu  gleicher  Zeit  benezte  ich  auch  mit  dem
Saamen  von  diesen  beiden  Fröschen  die  Larven  einer
stinkenden  Kröte;  ich  machte  den  doppelten  Versuch  mit
den  Fröschen  und  Larven  von  dieser  Art  Kröten,  deren
ich  im  §.  126.  erwähnt  habe.  Diese  Saamenfeuchtigkeiten ¬
  wendete  ich  bald  ungemischt,  bald  auch  im
Wasser  aufgelöst  an,  ich  wolte  auch  zu  dieser  Absicht ¬
  den  Saft  aus  den  Hoden  dieser  Thiere  anwenden: ¬
  allein,  ohnerachtet  der  so  auf  verschiedne  und
vielfältige  Weise  ähnlichscheinenden  Kennzeichen,  die
bei  dieser  beiderlei  Art  Thieren  ganz  offenbar  und  auffallend ¬
  sind,  konte  doch  die  eine  Art  von  der  andern
nicht  befruchtet  werden.
Ob  nun  gleich  anfangs  Versuche  dieser  Art,  in
Ansehung  ihrer  Wirkungen,  unnüzlich  scheinen  möchten,
so  sind  sie  dennoch  sehr  belehrend;  denn  sie  zeigen  uns
an,  daß  man  gar  nicht  mit  Sicherheit,  von  der  Aehnlichkeit ¬
  zweier  Arten  auf  die  Erzeugung  einer  dritten
Art  schlüssen  dürfe.  Es  scheint  zwar,  als  ob  man  eine
solche  von  Thieren,  die  sich  unter  einander  sehr  ähnlich
sind,  erlangen  müste,  dennoch  aber  ist  diese  Gleichheit
nicht  immer  ein  sicherer  Beweis  ihrer  Fortpflanzung,
wie  man  aus  den  Beispielen  dieser  Amphibien  gesehn
hat.  In  diesem  Fache  der  Naturforschung,  wie  in  tausend ¬
  andern,  kan  man  die  Ideen  nicht  immer  realisiren: ¬
  sondern  man  wird  gezwungen,  von  einer  Art  zur
andern  überzugehn,  um  darüber  den  Ausspruch  der
Natur  ins  besondre  zu  vernehmen,  und  ihre  Antwort
abzuwarten.  Ich  glaube  fast,  daß  diese  ungewöhnlichen ¬

O
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer