240 II. Abhändlung. Fünftes Kapitel.
§. 170.
Da ich nun sahe, daß alle gedachte Säfte und
Feuchtigkeiten zur Befruchtung der Larven untauglich
waren, so dachte ich auch gar nicht weiter darauf, statt
des Saamens, andre Säfte dazu zu brauchen: nur
als ich das Unvermögen des elektrischen Fluidmus bemerkt ¬
hatte, welches ich zwar im voraus vermuthete,
wolte ich doch gerne ein andres Reizungsmittel versuchen, ¬
weil ich mich nunmehr überzeugt hatte, daß
die Befruchtung im Thierreiche, vermöge eines Reizes,
den die Saamenfeuchtigkeit im Herzen der Embryonen
erwekt, bewirkt würde. Zu dieser Absicht bediente ich
mich des Weineßigs und des Brandeweins, darzu ich,
um diese Flüßigkeiten zu schwächen, Wasser und Urin
goß, und verschiedene Dosen dieser Feuchtigkeiten anwendete; ¬
allein, anstatt daß die Larven davon belebt
werden solten, wurden sie vielmehr desto geschwinder
von gedachten Flüssigkeiten vernichtet: ich versuchte die
nämlichen Wirkungen mit Limonien= und Citronensaft,
den ich mit Wasser geschwächt hatte. Man weiß, daß
aus der äußern frischen Citron- und Cedratschaale,
wenn man sie drükt, eine geistige und feurige Dunst
geht, die sich an der Flamme entzündet, diese subtile
feurige Flüssigkeit sprüzte ich auf einige Larven, daß
der ganze Schleim, der sie umgiebt, davon gut
befeuchtet wurde: allein auch diese Feuchtigkeit war
zur Befruchtung, wie die andern Säfte, ebenfalls
untauglich.
§. 171.