Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

238  Il.  Abhandlung.  Fünftes  Kapitel.
noch  auch  demjenigen,  von  der  Saainenfeuchtigkeit
ähnlich  ist.
§.  169.
Ehe  mir  noch  Herr  Bonnet  seine  Gedanken  mit
getheilt  hatte,  nämlich  da  ich  meine  ersten  Beobachtungen ¬
  über  die  Kunstbefruchtungen  anstelte,  machte  ich
mir  Höfnung,  eine  gewisse  Feuchtigkeit  zu  entdekken,
welche  die  Stelle  des  Saamens  vertreten  könte.  Indem
ich  Larven  der  Erdkröte  mit  rothen  Augen  und  warzigtem ¬
  Rükken  befruchtete,  nachdem  ich  schon  die  Wirkung
des  aus  den  Saamenbläsgen  genommenen  Saamensversucht ¬
  hatte,  fiel  mir  ein,  die  Wirkung  einer  andern ¬
  Feuchtigkeit,  oder  eines  Saftes  von  dem  nämlichen
Thiere  zu  versuchen.
Derohalben  benezte  ich  verschiedene  Larven,  einige
mit  Blut,  andere  mit  Galle,  oder  dem  ausgedrükten
Safte  verschiedner  Eingeweide,  als  des  Herzens,  der
Leber,  und  der  Lunge.
Ich  bemerkte  alles  sorgfältig,  was  mir  dabei  vorkam; ¬
  ich  hatte  jede  Art  Larven,  so  wie  dieselben  verschiedentlich ¬
  benezt  waren,  auch  in  besondere  Gefäße
gethan.  Diejenigen,  welche  mit  Blut  und  dem  ausgepresten ¬
  Safte  des  Herzens  befeuchtet  worden  waren,
kamen  wirklich  zum  Leben.  Man  wird  leicht  einsehen,
wie  groß  bei  diesem  Anblik  mein  Erstaunen  war;  aber
man  wird  auch  begreifen,  daß  ich  mit  diesem  Versüche,
ohne  ihn  zu  wiederholen,  mich  noch  nicht  befriedigte.
Ich  stelte  ihn  von  neuem  an,  aber  mit  unglüklichem
Erfolg,  denn  es  wolte  sich  keine  einzige  Larbe  entwikkeln; ¬

            
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