mirador : mirador

334  |  II.  Abhandlung.  Fünftes  Kapitel.
auch  deswegen  sehr  sorgfältig  verwahren  muß:  ich  habe
den  Saamen  ganze  Stunden  lang  in  freier  Luft  stehen
lassen,  und  ob  er  gleich  gröstentheils  verraucht,  war
er  doch  nicht  unfruchtbar,  ja  dieser  Ueberrest  war  in
seiner  Befruchtungskraft  eben  so  stark,  wie  der  nür
aus  dem  Thiere  genomne  Saamen  selbst.  Man  kan
diese  Flüssigkeit  mit  dem  Wasser  vergleichen,  beide  behalten, ¬
  auch  nach  einer  langen  Verduftung,  ihre  Eigenschaften. ¬
  Allein  es  findet  sich  doch  noch  immer  unter
diesen  ein  sehr  großer  Unterschied;  samlet  man  den
ausgedünsteten  Theil  des  Wassers,  so  ist  er  ganz  dem
gleich,  wovon  er  herkam;  der  Dunst  der  Saamenfeuchtigkeit ¬
  hingegen  hat,  ob  er  gleich  ebenfals,  unter  flüssiger ¬
  Gestalt  erscheint,  und  auch  dann  der  Feuchtigkeit,
von  welcher  er  entsprang,  ähnlich  ist,  nicht  mehr  das
Vermögen,  Larven  zu  befruchten,  und  man  muß  gestehen, ¬
  daß  diese  Theilgen,  indem  sie  sich  von  dem  Saamen ¬
  losreissen  und  aufsteigen,  gewisse  üble  Eigenschaften ¬
  bekommen,  welche  sie  unfähig  machen,  die  zarten
Herzen  der  Larven  zu  reizen,  und  ihnen  das  Leben  zu
geben;  unterdessen  können  wir,  wegen  Feinheit  dieser
Partikkelgen,  nicht  einsehen,  auf  was  Art  und  Weise
sich  diese  übeln  Eigenschaften  erzeugen  und  worin
sie  bestehen.
§.  168.
Ich  muß  noch  ein  anderes  Problem,  das  so  neu
als  wunderbar  ist,  aufzulösen  trachten;  es  ist  mir  dasselbe ¬
  von  Herrn  Bonnet  in  einem  seiner  Briefe,  wo
er  sich  über  die  Kunstbefruchtungen  mit  mir  unterhält,
aufgegeben  worden;  und,  ob  er  wohl  alles,  was  die
            
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