Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Zeugungsgeschichte  des  grünen  Wasserfrosches.
2)  Wenn  man  mit  größester  Sorgfalt  und  Behutsamkeit ¬
  alle  Eier,  nachdem  man  zuvor  die  Haut,  die
den  Eierstok  umgiebt,  weggenommen  hat,  untersucht,
so  kan  man  auch  nicht  an  einem  einzigen,  nur  den  allerkleinsten ¬
  schwarzen  Punkt  entdekken.  Wenn  man  dagegen, ¬
  gedachte  Haut  mit  dem  Mikroskop  genau  untersucht, ¬
  so  erscheinen  die  schwarzen  Punkte,  als  unregelmäßige ¬
  Flekke  auf  der  Oberfläche.  Ueberdieß  trift  man
auch  dergleichen  Flekke  bei  diesen  Fröschen  auf  dem
Darmfell  und  der  Oberfläche  des  Herzens  an.
§.  6.
Wer  im  Frühlinge  Eier  von  Fröschen,  die  er  im
Herbste  oder  Winter  beobachtet  hatte,  untersucht,  wird
sie  zwar  allzeit  noch  im  Eierstokke  beisammen,  aber  um
vieles  größer  antreffen;  sie  werden  alsdenn  ihre  völlige
Größe  §.  4.  erreicht  haben.  Zur  Begattungszeit  kan
man  sie  in  ihrer  größten  Vollkommenheit  sehen.  Diese
Frösche  begatten  sich  auf  diese  Art,  wie  diejenigen,  welche ¬
  Swammerdam  und  Rösel  beobachtet  haben:
das  Männchen  sezt  sich  auf  den  Rükken  des  Weibgens,
schlägt  seine  Vorderschenkel  unter  ihre  Achseln,  beugt
sie  unter  ihre  Brust,  legt  sie  vorwärts  so  übereinander,
daß  sich  seine  Zehen  kreutzen,  und  auf  solche  Weise
hält  er  das  Weibgen  so  lange  fest  an  sich  gedrükt,  bis
es  alle  Eier  von  sich  gelassen  hat.  Die  Dauer  ihrer
Begattung  richtet  sich  nach  der  Witterung;  ist  die
Wärme  gros,  so  wird  die  Begattung  in  vier  bis  fünf
Tagen  geendigt,  ist  aber  die  Luft  kalt,  so  währt  sie  bisweilen ¬
  acht,  neun,  ja  wohl  gar  zehn  Tage.  Ich  entschloß ¬
  mich,  Frösche,  die  eben  in  der  Begattung  begriffen ¬

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