Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

280  II.  Abhandlung.  Fünftes  Kapitel.
der  geistige  Theil  die  befruchtende  Kraft  besaße,  derselbe ¬
  aus  den  Gläsern,  ohne  auf  die  Larven  zu  wirken,
verflogen  wäre.  Endlich  aber  diesen  Verdacht  gänzlich
aus  dem  Wege  zu  räumen,  paste  ich  den  Rand  des
obern  Uhrglases  genau  in  das  untere  ein,  und  verwahrte
dieselben  um  und  um  mit  einem  Kitte,  damit  die  Gemeinschaft ¬
  der  äußern  Luft  mit  der  innern  gänzlich
durch  dieses  Mittel  aufgehoben  würde.  Ja  ich  nahm
sogar,  statt  des  obern  Uhrglases,  einen  kleinen  kurzen
gläsernen  Trichter,  dessen  Rand  an  den  innern  Rand
des  untern  Uhrglases  eingeküttet,  und  die  Spitze  des
Trichters  zugeschmolzen  war:  dahinein  nun,  in  diesobere
Höhle  des  Trichters,  brachte  ich  einige  Larven,  und  in
die  Hohlung  des  Uhrglases  that  ich  den  Saamen,  den
ich  aber  in  der  innern  Fläche  des  Glases  so  verbreitete,
daß  es  gleichsam  davon  ganz  überzogen  war,  damit  ich
dadurch  die  Verdunstung  auf's  bestmöglichste  vermehren ¬
  wolte:  die  kegelförmige  Gestalt  des  Trichters  sammelte ¬
  nun  den  Dunst  gänzlich  in  einen  Punkt,  und
dieser  Punkt  war  eben  der  Ort,  wo  sich  die  Larven  befanden. ¬
  Diese  neue  Erfindung  von  einer  Vorrichtung
ließ  ich  sechs  Stunden  in  einer  Wärme  von  vier  und
zwanzig  Grad  stehen;  man  sahe  durch  den  gläsernen
Trichter,  wie  die  Larven  mit  Dunst  ganz  überzogen
wurden,  und  vorzüglich  die,  welche  sich  ganz  zu  oberst
in  der  Spitze  befanden:  allein  nichts  desto  weniger
wurden  diese  Larven  nicht  befruchtet,  sondern  sie  verdarben ¬
  alle  mit  einander  im  Wasser;  indessen  befruchtete ¬
  ich  andre  Larven,  wie  ich  in  dem  Versuche  §.  163.
gethan  hatte.
Nun
            
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