Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Fünftes  Kapitel.
228  II.  Abhandlung.
ven  gerade  über  den  im  ersten  Giase  befindlichen  Saamen, =
  und  recht  in  die  Mitte  des  Glases  zu  stehen  kamen; ¬
  nun  sezte  ich,  wie  im  vorhergehenden  Paragraph,
die  beiden  Gläser  über  einander,  und  legte  sie  ins  Fenster ¬
  an  die  Sonne,  deren  Wärme  ich  aber  durch  ein
noch  vorgeseztes  Glasstükgen  so  temperirte,  daß  das
Thermometer  an  diesem  Orte  nicht  über  fünf  und  zwanzig ¬
  Grade  steigen,  und  nicht  etwan  der  Befruchtung,
wenn  sie  erfolgen  könte,  schaden  solte:  nach  vier  Stunden ¬
  waren  die  Larven  von  dem  Dunste  des  Saamens
so  sehr  befeuchtet,  das  man  kleine  Tröpfgen  ganz  merklich ¬
  daran  wahrnehmen  konte;  aber  dem  allen  ohnerachtet, =
  kamen  doch  keine  lebendigen  Larven  auf  diesem
Wege  zum  Vorschein.
Diesen  zweiten  Versuch  wiederholte  ich  völlig  unter ¬
  den  vorigen  Umständen  noch  einmal,  nicht  sowohl
mich  von  dem  erhaltenen  Resultate  zu  überzeugen,  als
vielmehr  zu  sehen,  ob  der  Ueberrest  dieses  Saamens,
davon  doch  ein  Theil  unter  der  Gestalt  eines  Dunstes
verlohren  gegangen  war,  noch  seine  befruchtende  Kraft
behalten  hätte.  Die  eine  Hälfte  dieser  mit  Saamendunst ¬
  befeuchteten  Larven  verdarb  in  dem  Wasser,  worein ¬
  ich  sie  legte;  aber  mit  der  andern  Hälfte,  welche
ich  mit  dem  Ueberreste  der  Saamenfeuchtigkeit  benezte,
war  ich  glüklicher,  denn  die  Larven  kamen  alle
zum  Leben.
Aus  diesen  beiden  Beispielen  ziehe  ich  nun
zwei  Schlüsse:  der  erstere  ist  der,  daß  der  Saamendunst ¬
  von  der  stinkenden  Erdkröte  nicht  befruchten  kan:
der
            
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