Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

I.  Abhandlung.  Fünstes  Kapitel.
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welche  mir  bisher  gänzlich  unbekant  gewesen  zu  sein
scheint,  ist  es,  welche  ich  davor  gehalten  habe,  daß
man  dieselbe  anwenden  solte.
k.  162
Der  Leser  wird  sich  erinnern,  daß  ich  anderwärts
gezeigt  habe,  wie  der  Saamen  immer  bei  seiner  befruchtenden ¬
  Kraft  sich  erhält,  ob  er  gleich  in  einer  sehr  großen ¬
  Menge  Wasser  aufgelöst  ist.  Ein  klein  Tröpfgen
Wasser  von  einer  Linie,  aus  einer  Menge  von
achtzehn  Unzen  Wasser  genommen,  worinne  drei  Gran
Saamen  aufgelöst  sind,  ist  gänzlich  fähig,  Larven  zu
befruchten.  §.  144.  Dieser  Versuch  schien  die  Meinung ¬
  von  dem  Saamengeiste,  oder  Dunste,  zu  begünstigen, ¬
  der  aber  auch  nichts  anders  ist,  als  der  Saame
selbst,  wenn  er  zum  höchsten  Grade  verdünnt  ist;  allein ¬
  die  Erfahrungen,  die  ich  nun  anführen  will,  beweisen ¬
  gerade  das  Gegentheih.
Um  Larven  mit  diesem  Saamendunste  oder  Geiste
recht  reichlich  zu  befruchten,  that  ich  in  ein  Uhrglas,  beinahe ¬
  eilf  Gran  Saamen,  aus  verschiedenen  stinkenden
Erdkröten.  In  ein  ander  etwas  kleineres  Glas,  that
ich  sechs  und  zwanzig  Larven,  die,  wegen  Klebrigkeit
ihres  Schleims,  an  dem  innern  hohlen  Theile  des  Glases ¬
  kleben  blieben.  Dieses  kleinere  Glas  sezte  ich  gleichsam ¬
  wie  einen  Dekkel  mit  seiner  Hohlung  auf  das  erstere, ¬
  worinne  der  Saamen  war,  und  ließ  diese  beiden ¬
  Gläser  in  gedachter  Lage  in  meinem  Zimmer,  wo
die  Luft  eine  Temperatur  von  achtzehn  Grad  des  Thermometers ¬
  hatte,  fünf  Stunden  stehen.  Die  Saamenfeuch= ¬

            
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