Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

II.  Abhandlung.  Viertes  Kapitel.
222
Zehnte  Bemerkung.
§.  160.
Diese  reizende  Kraft,  die  die  Frucht  beleben  kan,
behält  ihre  Eigenschaft,  wenn  auch  gleich  der  Saamen
schon  einige  Zeit  aus  dem  Thiere  genommen  ist,  sowohl
wenn  man  ihn  ungemischt,  in  einem  Gefäße,  als  auch
mit  andern  Feuchtigkeiten  vermengt,  aufbewahret,
§.  131.  145.  Es  ist  erstaunlich,  daß  ein  Tropfen  Saamen, =
  in  einer  ungeheuren  Menge  Wasser  verbreitet,
nicht  seiner  ganzen  Kraft  beraubet  wird,  §.  142.  143.
Allein  ob  wohl  der  Saamen  andrer  Thiere  auch  seine
befruchtende  Wirkung,  wie  der  von  unsern  Amphibien,
behalten  möchte?  ist  eine  andre  Frage:  der  Mangel  an
Erfahrungen  gestattet  die  Vermuthung;  vielleicht  ist  es
nur  eine  Ausnahme  der  eingeschränkten  Natur
bei  dieser  Thierart,  bei  welcher  die  Befruchtung  außer
dem  Körper,  und  sogar  im  Wasser  geschieht;  ihre
Saamenfeuchtigkeit  muß  also  wohl  eine  Vermischung
vertragen,  welcher  die  Saamen  solcher  Thiere,  die
innerhalb  des  Körpers  befrüchtet  werden,  nicht  ausgesezt ¬
  sind;  allein  es  könte  sich  wohl  auch  zutragen,  daß
der  Saamen  andrer  Thiere,  ohne  Nachtheil  mit  Wasser ¬
  vermischt  werden  dürfte.  Ich  habe  in  meinem
Werke  über  die  Naturlehre  der  Thiere  und
Pflanzen  beobachtet,  daß  der  Saamen  von  Menschen ¬
  und  aus  vierfüssigen  Thieren  sich  verschiedene
Stunden  außerhalb  dem  Körper  frisch  erhalte.  Diese
Wahrheit  unterstütze  ich  mit  dem  Beweise,  daß  ich  die
Saamenthiergen  voller  Leben  und  Munterkeit  habe
schwimmen  sehen,  wenn  nur  die  Saämenfeuchtigkeit
bei
            
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