216 II. Abhandlung. Viertes Kapitel.
es eben, was unsrer Kentnis entgehet. Wir haben,
soviel mir bekant ist, nur zwei Beispiele von künstlichen
Befruchtungen, die eine, welche Herr Jacobi in den
Abhandlungen der Akademie zu Berlin, im zwanzigsten
Theile, vorgetragen hat, und die andere, welche von
mir herrühret, allein ich kann wohl sagen, ohne diesem ¬
Naturforscher Unrecht zu thun, daß man aus seiner ¬
Entdekkung keine philosophische Folgerung ziehen
kan, da er nur zwei Fische durch die Kunst befruchtet
und beobachtet hat, nämlich einen Salm und eine Forelle. ¬
Er lies den zur Reife gekomnen, aber noch unbefruchteten ¬
Rogen dieser zwei Fische ins Wasser fallen,
und hernach schüttete er soviel, aus einem männlichen
Fische genommene Milch oder Saamenfeuchtigkeit in
dasselbe, bis es anfing weis zu werden; dann fingen,
nach Verlauf von fünf Wochen, die Fische zu leben an.
Das ist der Auszug aus der Abhandlung des Herrn
Jacobi; und man kan nicht anders sagen, als daß
dieser Gegenstand dadurch nur sehr wenig Aufhellung
bekomt: denn er hat vergessen die zur Befruchtung nöthige ¬
Quantität der Saamenfeuchtigkeit zu bestimmen,
und eben an dem Orte, wo der philosophische Naturforscher ¬
mit seinen Untersuchungen angefangen haben
würde, hat dieser Beobachter die seinigen abgebrochen.
Die natürlichen Befruchtungen belehren uns nicht
mehr als die künstlichen: um davon zu urtheilen, ist es
genug, nur einige Kenntniß von der Erzeugung des
Menschen und der Thiere zu haben; und ich wüste zu
dieser Absicht zu gelangen, keine andere Mittel, als
die Wiederholung der Versuche, wegen anderer Thierarten, ¬