214 II. Abhandlung. Viertes Kapitel.
wird, und wenn man ihn vermindert, hört er auf,
fruchtbar zu sein, ohne Zweifel, weil er nicht vermögend ¬
ist, dem Herzen die zur Belebung nöthige Kraft
zu ertheilen.
Uebrigens glaube ich, daß die Menge des befrüchtenden ¬
Saamens vor diese Thiere unglaublich geringe
ist, und beinahe dieselbe, wie ich sie im 155. Paragraph ¬
angegeben habe; so, daß die überflüßige Menge
unnütze ist, indem man die Befruchtung als eine untheilbare ¬
Operation betrachten kan. Wenn der Ueberfluß ¬
dieselbe beförderte, so würde es nicht anders geschehen, ¬
als durch eine übereilende Belebung der Larven ¬
und ihrer Entwikkelung, dieses würde in Verhältniß ¬
der grösern Anzahl von Saamenpartikkelgen, welche
das Herz mit mehrerem Eindruk zur Bewegung antrieben, ¬
erfolgen; allein das ist der Erfahrung zuwider,
welche mich gelehret hat, daß die Larven in gleicher
Zeit belebt werden, sie mögen in Saamen gänzlich gebadet, ¬
oder nur an einem Punkte, von einer unendlich
geringen Quantität berührt worden sein §. 144., daher
sehe ich nicht ein, wozu die Uebermenge des Saamens,
die mir ganz unnütze scheint, dienen solte; und man
wird auch begkeifen, wie ein so kleines Saamenpartikkelgen ¬
gar wohl zur Befruchtung hinreichend sein kan,
wenn man die höchstbewundrungswürdige Engigkeit der
Gefäße in Larven, in Betrachtung ziehen will, durch
die doch der Saamen dringen muß, und welche diesen
Ueberfluß des Saamens unnütze machten, weil er sich
doch nicht in diese ziehen könte.
Achte