Bemerkungen.
207
sich nicht, wenn man ihn auch an eine Flamme hält;
er löscht glühende Kohlen aus, ist ohne Geschmak, und
scheint von mittelsalziger Eigenschaft zu sein; denn er
brauset weder mit sauren noch laugenhaften Salzen.
Diese Eigenschaften des Saamens der Frösche und Kröten, =
scheinen mit einem eizenden Mittel wenig Aehnlichkeit =
zu haben, wenn man sich darunter eine auf der
Zunge fühlbare, brennende oder geistige Feuchtigkeit
vorstelt; aber Haller und seine Schüler nehmen dieses ¬
Wort nicht in dem Sinne, sondern sie begnügen sich
damit, daß diese Feuchtigkeit fähig sei, die Fibern
des Herzens mehr oder weniger zu reizen, und auf
solche Weise dasselbe in Bewegung zu setzen, und diejenige, ¬
welche ihm schon eigen war, zu vermehren,
wie man dieses sehen kan, wenn man obgedachten hohlen =
Muskel mit Blut, mit Wasser, und sogar nur mit
Luft anfüllet und diese Feuchtigkeiten durch die Höhle
des Herzens durchzugehen zwinget. Das ist die Wirkung, =
die der Saame zu Wege bringet, und er wird
es immer weit kräftiger thun, als die in der Larve
zirkulirenden Feuchtigkeiten, weil ihre Bewegung sehr
schwach ist.
Fünfte Bemerkung.
§. 155.
Um Larven zu beleben, ist eine kleine Menge Saamen ¬
hinreichend, ja eine viel geringere Menge, als man sich
vorstellen solte. Wir haben gesehen, daß es unnöthig ist
die Larven in Saamen ganz zu baden, und daß ein
Tropfen zureicht §. 140., ja, was noch mehr ist, drei
Gran