205
Bemerkungen.
seine große Reizbarkeit, welche von der Beschaffenheit ¬
ist, daß ihm ein mechanisches und reizendes Mittel ¬
seine Bewegung wiedergiebt, wenn alle andre Muskeln ¬
gar keiner mehr fähig sind, dieses alles sage ich,
nimt mich vor diese Männer ein. Die Saamenfeuchtigkeit ¬
werde ich, diesem zu folge, für die reizende Flüssigkeit ¬
halten, welche, indem sie zum Herzen der Larve
dringt, dasselbe antreibt, stärker und öfter zu schlagen,
und den Anfang zu einer sehr merklichen Vergrößerung
der Theile, und zu dem Leben, das auf die Befruchtung ¬
folget, verursachet.
Beides hänget von der Wärme der atmosphärischen ¬
Luft ab. Der aufgeklärte Leser sieht im Voraus,
daß, je wärmer die Witterung, desto geschwinder die
Befruchtung, und je kälter erstere ist, desto langsamer
leztere von statten geht. Die zu Anfang des Frühlings
befruchtete Larven, wie z. B. der Erdkröte mit rothen ¬
Augen und warzigem Rükken, haben zu ihrer Entwikkelung =
verschiedene Tage nöthig, und wenn die
Wärme so gering ist, daß das Thermometer nur einige
Grade über dem Eispunkt steht, bleiben die Larven
zehen bis eilf Tage zurük. Umgekehrt aber verhält sich
die Entwikkelung der Larven bei der stinkenden Kröte
und den Fröschen; denn diese wird schon im Mai und
Juni bewirket; und ich habe einstmals bei der Wärme
von ein und zwanzig Graden bemerket, daß diese Thiergen ¬
schon in vier und zwanzig Stunden belebt wurden; ¬
da indessen die nämlichen Larven, welche von
dem Wasserfrosche kamen, sich erst nach fünf Tagen entwikkelten, =
weil damals das Thermometer nur dreizehen ¬