Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

196  II.  Abhandlung.  Viertes  Kapitel.
besonders  gewisse  Phänomene,  welche  dies  bewundrungswürdige =
  Naturgeschäfte  begleiten,  aufzuklären.
Erste  Bemerkung.
Einer  von  den  vornehmsten  Endzwekken  dieser  vorhergehenden =
  Abhandlung  ist  der  gewesen,  zu  zeigen,
daß  die  Weibgen  der  Frösche,  Kröten  und  Salamander ¬
  ihre  Jungen,  in  ihrer  volkommenen  Gestalt,  vor
der  Befruchtung  des  Männgens,  schon  bei  sich  haben:
die  Beweise  hievon  kan  man  in  den  §.  18,  19,  30,  54,
55,  56,  57,  72,  und  91.  finden:  und  diese  Wahrheit
habe  ich  auch  noch  im  §.  127.  bestätigt.  Ferner  ist
auch  im  §.  90  und  91  gezeigt  worden,  daß  das  System,
nach  welchem  man  die  Befruchtung  durch  Saamenthiergen =
  annimt,  und  die  Epigenesis,  von  selbst  über  den
Haufen  fallen.  Kurz,  die  in  dieser  Abhandlung  erzählten ¬
  Versuche,  beweisen  den  Ungrund  dieser  Systeme
sehr  deutlich.
Diejenigen,  welche  glauben,  daß  die  Saamenthiergen ¬
  die  wirkenden  Ursachen  der  Erzeugung  sein,
müssen  nothwendig  annehmen,  daß  sie  allzeit,  wenn
die  Begattung  fruchtbar  ist,  in  dem  Saamen  vorhanden ¬
  sind.  Daher  müste  folgen,  daß  der  Saamen  des
Männgens,  wenn  er  keine  Thiergen  enthielte,  auch
keine  Fruchtbarkeit  besäße.  Aber  das  stimt  mit  der
Sache  selbst  durchaus  nicht  überein.
Denn  erstlich,  ob  ich  gleich  den  Saamen  dieser
Amphibien  mit  dem  Mikroskop  untersucht,  habe  ich  doch
            
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