Künstl. Befruchtung des Laub= u. Wasserfrosches. 191
gatten sich auch auf einerlei Weise, ihre Art wird auch
durch einerlei Mittel fortgepflanzt, die Zeugungstheile
sind unter diesen Thieren sich auch gleich, die Männgen ¬
benetzen auch die Früchte der Weibgen auf die
nämliche Weise mit ihrem Saamen, und ihre Früchte
sind ebenfals in einen ähnlichen Schleim eingewikkelt,
und präexistiren gleichmäßig bei der Befruchtung; alle
diese Züge von Aehnlichkeit machen, daß man die Gleichförmigkeit ¬
der Resultate in diesen verschiednen Arten
künstlicher Befrüchtungen leicht einsieht: dennoch aber
alles das, was ich über die durch Kunstgriffe in der
Befruchtung erlangt habe, will ich nur noch diese zwei
Bemerkungen machen.
Die erste ist diese, daß die Kunstbefruchtungen
nicht immer einerlei Erfolg haben. Ich benezte mit
Froschsaamen fünfhundert Larven und auf gleiche
Weise verfuhr ich auch mit dem Saamen einer Kröte;
die Menge des Saamens war in beiden Fällen sich
gleich, die Larven beider Weibgen waren aus der Gebärmutter ¬
genommen: ich zweifelte nicht am guten Erfolg ¬
der Befruchtung; aber man muß därum nicht
glauben, daß die Anzahl entwikkelter Lärben gleich
groß sein müsse; bisweilen entwikkelten sich alle fünf
hundert Larven des Frosches und der Kröte, und ein
andermal kamen von dieser Anzahl nicht die Hälfte zum
Leben; doch das, was sich bei künstlichen Befrüchtungen
zuträgt, ereignet sich ebenfals auch in den natürlichen,
wie ich davon überzeugt worden bin, wenn ich Kröten
und Frösche während ihrer Begattung in Gefäßen aufhob, ¬
um die Erzeugung zu beobachten. Man kan die=