Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Künstl.  Befruüchtung  des  Laub=  u.  Wasserfrosches.  189
lautern  Saamen,  dauerte;  dieses  Wasser  konte  die
Larven,  welche  man  darein  tauchte,  fünf  und  dreißig
Stunden,  nach  der  Mischung  eines  Pfundes  mit  drei
Gran  Saamen,  noch  immer  bewirken.  Diesen  Versuch
machte  ich  in  einem  Zimmer,  wo  das  Thermometer
zwischen  siebenzehn  und  neunzehen  Grad  stand.  In
einer  Eisgrube  aber,  wo  das  Thermometer  drei  Grad
unterm  Eispunkt  stand,  erhielt  sich  die  befruchtende
Kraft,  sogar  sieben  und  fünfzig  Stunden.  Jch  habe
§.  131.  erinnert,  daß  die  Saamenfeuchtigkeit  durch
Fäulniß  ihre  befruchtende  Kraft  verliere,  und  daß  dieselbe ¬
  in  einer  großen  Menge  Wasser  verbreitet,  viel
schwerer  in  Fäulniß  geht,  und  also  auch  weit  länger
fruchtbar  bleibt.
.  146.
Jn  den  Versuchen,  die  ich  vom  140sten  bis  zum
145sten  Paragraph  angeführt,  habe  ich  nur  von  den
künstlichen  Befruchtungen  mit  dem  Froschsaamen  geredet, ¬
  und  noch  nichts  davon  erwähnt,  wenn  man  den
Hodensaft  anwendet;  allein  ich  habe  nur,  um  Verwirrung ¬
  zu  vermeiden,  davon  geschwiegen,  denn  ich  machte
mit  diesem  Safte  zu  gleicher  Zeit  Versuche,  die  den
nur  angeführten  ähnlich  waren:  ich  konte  also  die  Resultate ¬
  beider  Feuchtigkeiten  und  ihrer  Abweichungen
leicht  bemerken,  aber  ich  muß  bekennen,  daß  ich  nie
eine  gefunden  hätte,  die  nur  im  mindesten  beträchtlich
gewesen  wäre:  beide  Feuchtigkeiten  zeigten  auch  immer ¬
  ähnliche  Wirkungen.  Was  die  befruchtende  Eigenschaft ¬
  des  Saamens,  mit  dem  Hodensaft  verglichen,
betrift,  so  halte  ich  doch  für  nöthig,  zu  dem  §.  125.
eine
            
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