Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Künstl.  Befruchtung  des  Laub=  u.  Wasserfrosches.  183
Diesen  Versuch  machte  ich  noch  einmal,  aber  mit
diesem  Unterschiede,  daß  ich  statt  des  gedachten
Schleims  Eiweis  vom  Huhne  an  dessen  Stelle  nahm;
aber  auf  diese  Weise  wolte  sich  keine  Larve  entwikkeln.
Und  sogar  ein  Theil  von  dem  Eiweis,  der  sich  mit
dem  Schleim  der  kleinen  Kugeln  vermischt,  und  seine
angehende  Fäulniß  demselben  mitgetheilt  hatte,  gieng
auch  zu  den  kleinen  Kugeln  und  den  Larven  selbst  über.
Die  zwei  ersten  Versuche  dieses  Paragraphen,  geben ¬
  die  große  Wirksamkeit  des  Saamens  der  Frösche
zu  erkennen,  weil  sie  auch  in  kleinster  Menge  an  einem
einzigen  Punkte  einzudringen  fähig  ist,  und  durch  den
Schleim  der  Kügelgen,  ohne  seine  Befruchtungskraft
zu  verlieren,  es  mag  nun  derselbe  durch  die  feinen  Oeffnungen =
  (pores)  des  Schleims,  durch  welche  er  auch  ganz
leicht  geht,  hindurch  dringen,  oder  der  Saamen  mag
auch  durch  kleine  unsichtbare  Röhren  eingesogen  werden, ¬
  die  von  der  Natur  dazu  bestimt  sind,  den  Saamen
gleichsam  begierig  in  sich  zu  ziehen,  und  ihn  bis  zu
dem  Körper  der  Larven  hindurch  zu  lassen.  Das  Eiweis, ¬
  das  zur  Nahrung  des  Kügelgens  bestimt  ist,  muß
nothwendig  von  dem  Schleime,  der  die  Larven  nähren
soll,  in  seiner  Beschaffenheit  weit  abweichen;  daher
kan  man  leicht  einsehen,  warum  der  Saamen  des  Frosches ¬
  einen  Weg  quer  durch  den  Schleim  der  Larven,
aber  nicht  durch  das  Eiweis  findet.
§.  142.
So  wunderbar  alle  hier  erzählten  Umstände  klingen, ¬
  so  sind  deren  doch  noch  immer  mehrere  nachzuholen. ¬

M4
            
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