Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

182  II.  Abhandlung.  Drittes  Kapitel.
in  die  Uhrgläser:  mit  den  höchst  feinen  Spitzen  außerordentlich ¬
  subtiler  Zängelgen  zog  ich  den  Schleim  von
jedem  Kügelgen  herunter,  und  war  so  glüklich,  einen
Schleimfaden,  ohne  ihn  zu  zerreissen,  ohngefähr  von
einem  Zoll  zu  erhalten:  diesen  Faden  hielt  ich  in  wagerechter =
  Linie  angespant,  und  berührte  das  eine  Ende
mit  der  Spitze  einer  in  Saamen  eingetauchten  Nadel:
nun  erwartete  ich  hierauf  den  Erfolg  mit  Ungeduld.
Vielmal  verdarben  die  Larven,  aber  oft  entwikkelten
sie  sich  auch  glüklich:  und  in  diesem  Falle  muste  man
doch  sagen,  daß  das  kleine  Saamentröpfgen,  durch
die  Länge  des  Fadens  durch  gedrungen  sei,  weil  bei  der
wagerechten  Lage,  in  welcher  ich  den  Faden  hielt,  der
Saamen  doch  nicht  in  der  Länge  seiner  Oberfläche  hinunter ¬
  geflossen  sein  konte.  Der  folgende  Versuch  ist
dem  izt  beschriebenen  ähnlich.  Ich  that  in  eine  Glasröhre, ¬
  die  an  dem  einen  Ende  zugeschmolzen,  und  in
perpendiculairer  Richtung  war,  ohngefähr  fuufzig  von
unsern  Schleimkügelgen;  auf  diese  machte  ich  eine
Lage  Schleim,  den  ich  von  andern  dergleichen  Kügelgen ¬
  genommen  hatte:  dieser  Schleim  mochte  ohngefähr
ein  Zoll  in  seiner  Dikke  der  Lage  nach  haben,  und
stieg  im  Glase  auf  und  ab,  so,  daß  er  die  Gestalt  eines
Trichters  annahm,  dessen  Spitze  in  der  Mitte  stand.
Auf  diese  ließ  ich  einen  kleinen  Tropfen  Saamen  fallen,
und  nachdem  er  sich  verzogen  hatte,  welches  sehr  bald
geschahe,  nahm  ich  den  Schleim  weg,  und  legte  die
Kügelgen  ins  Wasser:  wenn  nun  das  Tröpfgen  des
Saamens  nicht  zu  klein  gewesen  war,  so  kamen  fast
alle  Larven  zum  Vorschein,  außer  dem  aber  war  die
Anzahl  sehr  geringe.
Diesen
            
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