Künstl. Befruchtung des Laub= u. Wasserfrosches. 181
menfeuchtigkeit, und berührte in jedem Glase nur eines ¬
von den Kügelgen, so, daß das andre unberührt
blieb. Da ich nun gleichwohl zwei und zwanzig Larven ¬
lebendig werden sahe, mußte ich glauben, daß jedes
Saamentröpfgen zwei Larven belebt hatte. Diesen
Versuch wiederhohlte ich mit gleich glüklichem Erfolge,
und veränderte ihn auch sogar mit Vermehrung der
Larven. Im ersten Falle war die Anzahl entwikkelter
Larven allzeit gewöhnlicher Weise doppelt von derjenigen ¬
Zahl der durch das Berühren mit Saamen befruchteten ¬
Larven. Im andern Falle hat es nie fehlgeschlagen: ¬
und sogar, wenn ich eine jede kleine mit
Saamen berührte Kugel, von zwei andern dergleichen
berühren, oder an dieselbe anstoßen ließ, so kamen öfters ¬
die Larven aus diesen beiden Kügelgen zum Vorschein. ¬
Hieraus muß man also doch schließen, daß der
Saamen des grünen Wasserfrosches so höchst kräftigist, ¬
daß ein Tröpfgen von undenklich kleiner Art hinreichend ¬
sei, mehrere Larven zu befruchten.
§. 141.
Beim Nachdenken über das Phänomen dieses erstaunenswürdigen ¬
Versuches, schien es mir, daß das
kleine Saamentröpfgen die Larven nicht anders könte
befruchtet haben, als es müsse zuvor durch einen Theil
der kleinen Schleimkügelgen durchgedrungen sein:
demnach würde es auch der Mühe werth sein, zu untersuchen, ¬
was denn wohl erfolgen würde, wenn die
Dikkigkeit dieses Schleims doppelt groß wäre, und
man dennoch eben die geringe Menge Saamen beibehielte: ¬
ich legte zu dieser Absicht einzelne kleine Kugeln
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