Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Drittes  Kapitel.
180  II.  Abhandlung.
Seite,  so  gut  wie  auf  der  weissen  Seite,  durch  die  Benetzung ¬
  mit  oft  gedachten  Befruchtungssäften,  befruchtet: ¬
  mit  einem  Worte,  es  ist  völlig  einerlei,  auf  welcher ¬
  Seite  diese  kleinen  Kugeln  mit  der  Saamenfeuchtigkeit ¬
  benezt  werden,  die  Larven  werden  davon  gleichmäßig =
  befruchtet.
Ich  habe  gesagt,  daß  es  der  kleinste,  ohngefähr
der  dritte  Theil  der  Oberfläche  der  Kugeln  gewesen
wäre,  den  ich  mit  der  Saamenfeuchtigkeit  benezt  hätte:
aber  auch  hiermit  bin  ich  noch  nicht  zufrieden;  ich  habe
in  der  Folge  immer  einen  noch  kleinern  Theil  von  den
Kugeln  mit  Saamen  befeuchtet,  endlich  nur  einen  so
kleinen  Punkt,  wie  man  mit  einer  Schreibfeder,  ja
sogar  wie  eine  in  Saamen  eingetauchte  Nadel  mit  einer ¬
  einzigen  Berührung  macht;  dennoch  aber,  so  geringe ¬
  auch  die  Menge  der  Saamenfeuchtigkeit  war,
mit  der  die  Kügelgen  berührt  wurden,  so  entstund
nichts  desto  weniger  die  Befruchtung  mit  eben  dem
geschwinden  Erfolg,  als  wenn  die  Kügelgen  gänzlich
mit  Saamen  wären  benezt  worden.  Meine  Neugier
gieng  so  weit,  daß  ich  gerne  wissen  wolte,  ob  auch  ein
solches  Tröpfgen  Saamen,  das  die  in  den  Kügelgen
eingeschloßnen  Larven  befruchtet  hätte,  auch  andre,  die
diese  nur  berührten,  befruchten  würde.  Zu  dieser  Absicht ¬
  legte  ich  in  zwölf  mit  Wasser  angefülte  Uhrgläser,
vier  und  zwanzig  aus  der  Gebärmutter  eines  Frosches
genommener  kleiner  Kügelgen,  so  daß  in  jedem  Glase
deren  zwei  zu  liegen  kamen,  einander  berührten,  und
durch  ihren  natürlichen  Schleim  an  einander  klebten;
hierauf  tauchte  ich  eine  Nadel  mit  der  Spitze  in  Saamen= ¬

            
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