Künstl. Befruchtung des Laub= u. Wasserfrosches. 179
§. 140.
Nunmehro will ich die Neugierde mit einigen
ganz neuen Versuchen unterhalten. Ich wolte gerne
Kröten, Salamander, oder Frösche befruchten: zu dieser ¬
Absicht bestrich ich, mit einem in die Befruchtungsfeuchtigkeit ¬
eingetauchten Pinsel, den Schleim, der die
Larven überzog, oder wenn ich diesen Saft in einem
Uhrglas hatte, legte ich die in ihren Schleim eingehülten ¬
Früchte ganz hinein: und auf solche Art wurden sie
über und über befeuchtet. Aber ist es denn auch wohl
zur Befruchtung nöthig, daß die Früchte auf solche Art
ganz und gar mit der Saamenfeuchtigkeit umgeben
werden müssen? Ich konte darinne nicht anders, als
durch den Versuch gewiß werden, und der Versuch war
von Wichtigkeit. Bei den Fröschen findet man, daß
der Schleim, der die Larven umgiebt, nicht in lange
Schnuren geformt ist, wie man es bei der Kröte mit
rothen Augen, oder der stinkenden Kröte findet §. 45.
68., sondern er ist in kleine runde Kugeln geformt,
welche die Larven in sich halten. Diese aus der Gebärmutter ¬
genommenen Kügelgen, lassen sich leichtlich von
einander absondern: ich nahm deren einige, und badete
sie über und über in Saamen, andre badete ich nur
auf dem halben, und noch andre auf dem dritten Theile
ihrer Fläche: hernach that ich diese Larven alle ins
Wasser, und sie kamen beinahe auch alle zum Leben:
dieser Umstand lehrte mich, daß es zu ihrer Befruchtung ¬
hinlänglich sei, nur eine Parthie von ihrem
Schleime zu benetzen: Die Larven sind auf der einen
Seite ihrer kugelförmigen Gestalt schwarz, auf der andern ¬
aber weiß §. 14., sie werden auf der schwarzen
M 2
Sele.