178 | II. Abhandlung. Drittes Kapitel.
§. 139.
Diese beiden Säfte, den Saamen, und die Feuchtigkeit ¬
aus den Hoden, wendete ich zu den künstlichen
Befruchtungen in meinen ersten Versuchen an. Ich
befruchtete Larven aus lebendigen Froschweibgen, mit
Saamen aus lebendigen Froschmänngen: hernach veränderte =
ich diese Versuche mit Säften, die nicht mehr
frisch, sondern der Fäulniß schon nahe, oder auch mit
Larven, die von verschiedner Beschaffenheit waren: ja
endlich vermischte ich sogar diese Feuchtigkeiten mit andern ¬
fremden Substanzen: dem wesentlichen nach waren
die Resultate, völlig den vorigen, die ich mit allen ihren ¬
Veränderungen erzählt habe, gleich. Ich werde
mich also nur auf diese gegenwärtigen einschränken: die
beiden befruchtende Säfte des grünen Wasserfrosches,
haben, bei allen übrigen gleichen Umständen, ihre befruchtende ¬
Eigenschaft viel länger außerhalb des Körpers ¬
erhalten, als die von den Kröten. Zum andern
haben sie nicht so lange einer großen Hitze widerstehen
können: Die Wärme von zwei und dreißig Grad benahm, ¬
in wenig Minuten, dem Saamen der Kröten seine
Befruchtungskraft noch nicht, wie doch bei den Fröschen ¬
geschahe. Zum dritten; die Saamenfeüchtigkeit
dieses Frosches, erhält seine befruchtende Eigenschaft
noch weit länger, als die von den Kröten, ob ihr auch
gleich eine größre Menge Urin beigemischt wird, als der
leztern. Endlich behalten auch die Larven dieses Frosches, ¬
ihre Fähigkeit befruchtet zu werden, weit längere
Zeit, wenn sie in der Gebärmutter des todten Thieres
gelassen werden, als die Larven der Kröten.
§. 140.