Full text : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Künstl.  Befruchtung  des  Wasser=Salamanders.  175
venschnuren  von  sich  gegeben  hatten,  so  gab  ich  ihnen
Krötenmänngen  zur  Gesellschaft,  die  sich  sogleich  mit
dem  Weibgen  begatteten,  und  die  aus  dem  After  des
Weibgens  kommende  Larven  befruchteten:  aber  die
schon  im  Wasser  vorgefundenen,  unbefruchtet  ließen.
Ich  habe  schon  gesagt,  daß  es  schiene,  als  sähen  diese
Thiere  im  Voraus,  was  vorgehen  würde;  aber  ich
habe  nicht  behauptet,  daß  diese  Amphibien  die  Larven,
welche  zur  Befruchtung  untüchtig  sind,  von  den  fruchtbaren =
  zu  unterscheiden  wüsten.  Die  Art  ihrer  Begattung ¬
  bringt  es  schon  so  mit  sich,  daß  die  Larven,  die
beim  Ausgange  aus  dem  After  demselben  am  nächsten
sind,  auch  sogleich,  ehe  sie  in's  Wasser  gehen,  befruchtet ¬
  werden,  so,  daß  die  Absicht  der  Natur,  welche  die
Fortpflanzung  ihrer  Art  ist,  ohne  ihr  Wissen  von  ihnen
befördert  wird:  woraus  nun  dieses  folgt,  daß,  obgleich
die  Befruchtung  bei  Fröschen,  Kröten,  und  nach  der
allgemein  angenommenen  Meinung  auch  bei  den  Fischen,
außerhalb  dem  Körper  des  Weibgens  vorgeht,  doch
die  Larven  nicht  eher  befruchtet  werden,  als  bis
sie  sich  im  Grunde  des  Wassers  befinden,  wie  ich  dies
bei  allen  Arten  der  Frösche  und  Kröten,  von  denen  ich
bisher  geredet,  beobachtet  habe.  Denn  ob  ich  gleich
verschiedne  Stükgen  von  den  aus  der  Gebärmutter  gezognen ¬
  Larvenschnuren  mit  einigen  Männgen  ins  Wasser =
  that,  so  habe  ich  doch  nie  eine  einzige  zum  Leben
kommen  sehen,  obgleich  die  Saamenbläschen  gedachter =
  Männgen  mit  Saamen  gänzlich  angefült,  und  sie
auch  während  der  Begattung  von  ihren  Weibgen  weggerissen =
  worden  waren.  Ich  konte  also  diesem  zufolge
schließen,  daß  zu  der  Zeit  auch  nicht  ein  Tröpfgen
Sag=
            
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