Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

174  II.  Abhandlung.  Zweites  Kapitel.
der  sie  umgiebt,  auf  die  eine  oder  die  andre  Art  erst
durchdringen  muß,  ehe  er  zu  denselben  gelangt.  Vielleicht ¬
  sind  gewisse  Oeffnungen  da,  die  im  troknen  Zustande ¬
  dem  Saamen  einen  freien  Durchgang  durch  den
Schleim,  und  sodenn  bis  zu  den  Larven  verstatten.
Allein,  wenn  diese  Zugänge  verschlossen  sind,  welches
geschehen  muß,  wenn  sie  das  Wasser  ausfült,  so  wird
auch  hernach,  wenn  die  Schnuren  eine  Zeitlang  im
Wasser  gelegen  haben,  der  Saamen  weder  bis  zu  den
Larven  dringen,  noch  sie  befruchten  können.
§.  137.
Diesem  Hinderniß  ist,  bei  der  natürlichen  Befruchtung, ¬
  gleichsam  von  der  Natur  vorgebeugt  worden.
Die  Männgen  der  sich  begattenden  Frösche  und  Kröten =
  spritzen  ihren  Saamen  auf  den  Schleim,  der  die
Larven,  so  lange  sie  sich  im  Wasser  befinden,  überzieht;
aber  der  Aufenthalt  in  demselben  dauert,  nachdem
sie  zum  Vorschein  gekommen  sind,  nur  einige  Augenblikke: ¬
  und  ich  habe  bemerkt,  daß,  so  wie  die  Larven
nur  durch  den  After  zum  Vorschein  kommen,  dieselben ¬
  auch  sogleich  von  dem  Männgen  mit  seinem  Saamen =
  benezt  worden,  so,  daß  die  Larven  nicht  sobald
den  Eindruck  vom  Wasser  verspüren,  als  sie  schon  vom
Saamen  benezt  sind.  Ja  es  kömt  mir  vor,  als  ob  die
Männgen,  die  Fruchtlosigkeit  ihrer  Bemühung,  diejenigen ¬
  Larven  zu  befruchten,  welche  sich  schon  einige
Zeit  im  Wasser  befunden  haben,  voraus  sähen.  Denn
fie  wollen  selbige  nie  befruchten.  Ich  ließ  einige  Weibgen ¬
  abgesondert  im  Wasser.  Nachdem  sie  einige  Larven= ¬

            
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