Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

172  II.  Abhandlung.  Zweikes  Kapitel.
wo  das  Thermometer  im  Schatten  auf  dreißig  bis  zwei
und  dreißig  stand,  wiederholen  würde,  die  Larven  sich
sodenn  auch  unverdorben  in  der  Gebärmutter  erhalten
könten.  Ich  nahm  daher  meine  Zuflucht  zu  einer  Eisgrube, ¬
  worinne  ich  sonst  schon  die  befruchtenden  Säfte
aufbewahrt  hatte,  §.  131.  und  132.  Jn  dieser  kalten =
  Atmosphäre  erhielt  ich  zwei  todte  Kröten  ein
und  vierzig  Stunden:  die  aus  ihrer  Mutter  gezogene
Larven  befeuchtete  ich  mit  Saamen,  und  sie  kamen
völlig  zum  Leben.
§.  136.
Ich  habe  nicht  Muße  genug  gehabt,  zu  untersuchen, ¬
  was  mit  den  Larven,  die  mit  verschiednen
Feuchtigkeiten  benezt  wäden,  vorgehen  würde.  Ich
habe  nur  blos  das  Wasser  versucht:  und  da  diese  Flüssigkeit =
  der  Aufenthalt  der  Mütter  ist,  und  auch  die
Larven  darinne  zum  Leben  gelangen;  so  scheint  es  mir
gar  nicht  schädlich  für  sie  zu  sein.  Larven,  die  ich  aus
der  Gebärmutter  einer  lebendigen  Kröte  gezogen,  und
dieselben  vier  Stunden  hatte  liegen  lassen,  befruchtete
ich  mit  wirklichem  Saamen;  andre  mit  Hodenfeuchtigkeit: ¬
  aber  in  einigen  Tagen  faulten  sie  alle,  und  die
Fäulniß  ließ  sich  auch  gar  bald  bei  andern  befruchteten
Larven  verspüren,  die  nur  drei  Stunden  im  Wasser
eben  so,  wie  in  denen,  die  nur  zwei,  ja  sogar  nur  eine
Stunde  darinne  gelegen  hatten.  Dieses  ganz  unerwartete ¬
  Phänomen  machte  mich  begierig  zu  wissen,  wie
lange  diese  Larven  nach  der  Befruchtung,  ohne  zu  verderben, ¬
  dauern  würden.  Der  ganze  Zeitraum  betrug
nicht  mehr  als  dreizehn  Minuten,  nach  welcher  Zeit
die
            
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