Künstl. Befruchtung des Wasser=Salamanders. 171
Wenn ich die Weibgen auf die im 130sten Paragraph ¬
angezeigte Weise getödtet hatte, ließ ich die Larven ¬
eine gewisse Zeit in der Gebärmutter, damit ich
wüste, wie lange dieselben in der Gebärmutter des
todten Thieres liegen könten, ohne das Vermögen zu
verliehren, befruchtet oder belebt zu werden. Acht
Stunden hinderten ihre Entwikkelung und Belebung
nicht; aber nach dreizehn bis vierzehn Stunden hatte
ihnen der Aufenthalt in ihrer todten Mutter viel geschadet. ¬
Von zwei hundert befruchteten Larven blieben
mehr als achtzig unbelebt. In der sechzehnten Stunde
des Aufenthalts der Larven in der todten Mutter, waren ¬
nur drey todte darunter; ich zeige diese Anzahl
mit Fleiß an, weil mir eben so viele auch in einer vierten ¬
getödteten Kröte vorgekommen sind, wiewohl diese
Larven noch nicht so lange in der Gebärmutter des
todten Thieres geblieben waren. Dieser Umstand bestärkt ¬
auch die Maxime der geübtesten Naturforscher,
welche glauben, daß oft wiederholte Versuche, zur
Bestätigung eines Grundsatzes in der Naturlehre
nicht allein vortheilhaft, sondern auch nothwendig ¬
sind.
Die Zusammenschrumpfung der gedachten drei
Larven, ihr verdikter Schleim, die angehende Fäulniß,
die sich durch den Geruch verrieth, waren allzusichere
Anzeigen, die es glaublich machten, daß sich diese Larven,
wenn sie mit Saamen benezt worden wären, nicht
entwikkelt haben würden. Allein ich konte wenigstens
vermuthen, daß, wenn ich diese Versuche, bei einer
minder warmen Witterung, als die damalige war,
wo