168 II. Abhandlung. Zweites Kapitel.
selben nicht hinderlich sein, wie es auch die Erfahrung ¬
oftmals bewies.
Ob gleich das Wasser von diesen beiden befruchtenden ¬
Säften eine sehr verschiedne Flüßigkeit ist; so schien
es mir ebenfals, die Befruchtung nicht hindern zu können; ¬
und dieses um desto mehr, da in der natürlichen
Befruchtung dieser Amphibien, der Saame vom Männgen ¬
ins Wasser gelassen wird, und derselbe erst sodenn,
nach der Vermischung mit demselben, auf die Larven
fält. Bei den Salamandern geschieht die Befruchtung
gar nicht eher, als bis die Vermischung des Saamens
mit dem Wasser geschehen ist §. 129., und in der That,
diese Flüßigkeit konte auch die befruchtende Kraft des
Saamens der Kröten nicht besser zur Belebung ihrer
Larven unterstützen: aber hierbei will ich es izt hewenden ¬
lassen, um gewisse Betrachtungen, die mir dieser
Umstand darbietet, darüber anzustellen. Ich will solche
Versuche anführen, wo ich noch andre Flüßigkeiten angewendet ¬
habe.
Wenn ich die Saamenbläsgen bei den Krötenmänngen ¬
öffnete, sahe ich oft, daß der sonst wie Wasser ¬
helle Saft, mit Blut gefärbt war, welches durch
die Wunde des Unterleibes dahin gekommen war. Ich
mischte also diese Feuchtigkeit vorsezlich mit Blut, und
bestrich zweimal eine Parthie Larven damit, und die
Befruchtung erfolgte eben so gut, als wenn der Saamen ¬
ganz rein gewesen wäre: ich muß sogar sagen,
daß das mit dem Saamen gemischte Blut gerint, und
daß man es so gut davon nehmen kan, daß der Saamen ¬