Künstl. Befruchtung des Wasser=Salamanders. 165
befände. Binnen zwei Minuten schadete dieser Grad
der Wärme der befruchtenden Kraft des Saamens
nichts, aber die Wärme von fünf und dreißig vernichtete =
sie gänzlich.
§. 132.
In Rüksicht auf die Versuche, die ich mit dem
Safte der Hoden aus getödteten Kröten machte, ließ
ich damals die Hoden eine gewisse Zeit in dem getödteten ¬
Thiere, wie ich es mit dem Saamen gemacht. Es
zeigte sich, daß, nach Verlauf von sieben Stunden, der
Saamen aus dem Bläsgen beinahe gänzlich verschwunden ¬
war, da indessen die Hoden aus eben demselben
Thiere noch viel Saft enthielten, der auch noch kräftig ¬
genug war, Larven zu befruchten: aber nach Verlauf ¬
eines ganzen Tages war bei dem Safte aus den
Hoden alle Kraft verlohren gegangen. Nachdem ich
nun diesen Versuch bei andern Gelegenheiten wiederholt ¬
hatte, sahe ich ganz deutlich, daß die Unfruchtbarkeit ¬
dieses Saftes gar sehr von der Hitze der Luft abhänge, ¬
und einer Anlage zur Fäulniß zuzuschreiben sei.
Von einer etwas starken atmosphärischen Hitze verlohr
dieser Saft seine Befruchtungskraft in neun bis zehn
Stunden: und nach vier und dreißig Stunden blieb er
in einer Eisgrube noch immer bei seiner völligen Kraft,
Allein wenn wir diese Versuche mit den, im vorhergehenden ¬
Paragraphen angeführten zusammen halten, so ersehen =
wir daraus, daß bei gleicher Temperatur, der
Saft aus den Hoden seine Befruchtungskraft länger,
als der Saame selbst, behalte. Mag er wohl etwan, in
den Hoden eingeschlossen, später in die Fäulniß übergehen? ¬
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