Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

160  II.  Abhandlung.  Zweites  Kapitel.
§.  130.
Oben,  wo  ich  von  der  künstlichen  Befruchtung  der
Erdkröte  mit  rothen  Augen  und  warzigem  Rükken  handelte, =
  habe  ich  zugleich  gezeigt,  daß  sich  dieselbe
nicht  allein  bei  den  Larven  außer  dem  Körper  der
Mutter  bewirken  ließe,  sondern  daß  sie  auch  bei  den
Eiern  geschehen  könne,  die  noch  in  der  Gebärmutter,
ja  beinahe  noch  am  Ende  der  Eierstoksröhren  befindlich
sind.  Diese  Befruchtung  geschieht  entweder  mit  Saamen, ¬
  oder  mit  dem  aus  den  Hoden  gepresten  Safte.
Ich  habe  alle  diese  Versuche  mit  der  stinkenden  Kröte
gemacht,  und  allzeit  einerlei  Resultate  erhalten.
Die  große  Menge  dieser  Thiere,  die  mir  die  Fischer
brachten,  die  häufigen  Larven,  die  man  bei  ihnen  in
der  Gebärmutter  antrift,  und  die  leichte  Art  sie  zu  befruchten, ¬
  veranlaßten  mich,  diesen  Gegenstand  durch
wiederholte  Versuche  noch  näher  zu  bestimmen.
Verschiedne  Arten  von  Amphibien  zur  Welt  zu
bringen,  ohne  daß  das  Männgen  etwas  dazu  beitrüge;
dies  war  ein  Hauptversuch,  der  auf  mancherlei  Art
verändert  zu  werden  verdiente,  und  wichtige  Entdekkungen =
  versprechen  muste.
Ich  nahm  mir  vor  zu  versuchen,  was  denn  wohl
geschehen  möchte,  wenn  ich  die  Natur  von  ihrer  gewöhnlichen ¬
  Weise  zu  wirken  abhielte:  deswegen  habe
ich  erstlich,  die  Saamenfeuchtigkeit,  und  den  Hodensaft ¬
  zu  verändern,  hernach  auch  ähnliche  Veränderungen ¬
  in  den  Larven,  die  ich  befruchten  wolte,  hervorzubringen ¬

            
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