Künstl. Befruchtung des Wasser=Salamanders. 159
dieses schien mir auch ein bedenklicher Umstand zu sein,
daß also wohl der Saame in seinem ganz reinen Zustande ¬
zur Befruchtung nicht geschikt sei, sondern daß
er sich zu diesem Zwek im Wasser verbreiten müsse. Als
ich nun wiedrum bei einem Versuche sieben von obgedachten ¬
Salamanderjungfern §. 128. an ihrem Unterleibe ¬
gedrükt hatte, so brachte ich sieben und zwanzig
Eier zum Vorschein, welche ich mit Wasser, worinne
eine gute Menge Salamandersaamen aufgelöst war,
benezte: davon giengen siebzehn Stük verloren; zehn
Stük aber entwikkelten sich und es giengen die nämlichen ¬
Veränderungen mit ihnen vor, welche sich ereignen,
wenn sie auf natürliche Art befruchtet werden. Ich
habe dieselben im 77. 78. und 79. Paragraph beschrieben. =
Durch dieses Hülfsmittel ahmte ich die Natur
glüklich nach, und bewirkte durch Kunstgriffe die gesuchte ¬
Befruchtung, die ich auch nachher durch viele
ähnliche Versuche bestärkt fand, ob ich gleich allzeit eine
große Anzahl Früchte, die sich nicht entwikkelten, verlohr: =
welches mich aber auch nicht Wunder nimt, indem ¬
ich eben dasselbe auch bei den natürlichen Befruchtungen =
wahrnahm §. 89.
Wenn ich den ausgepresten Hodensaft mit Wasser
vermischte, war er eben so kräftig die Früchte zu beleben, ¬
davon immer ein Drittel zur Entwikkelung kam,
als wenn ich sie mit dem Saamen befeuchtete. Die
Seltenheit dieser, durch künstliche Befruchtung entwikkelten =
Larven, befriedigte mich mit dem ersten Versuche; ¬
denn nun konte ich meine künstliche Befruchtung
auf andre Thierarten, und besonders auf die stinkende
Kröte anwenden.
§. 130.