Full text : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

158  II.  Abhandlung.  Zweites  Kapitel.
befruchtet  waren.  Ich  dachte  also  darauf,  diese  Eier,
so  wie  sie  aus  dem  After  des  Weibgens  abgiengen,
weil  sie  alsdenn  noch  mit  ihrem  Schleime  überzogen
sein  mußten,  und  auch  noch  nicht  befruchtet  waren,  zu
befruchten.  Die  Bemerkung  hatte  ich  schon  gemacht,
daß  die  Weibgen,  wenn  die  Zeit  ihrer  Vermehrung
vorhanden  war,  ihre  Eier  von  sich  ließen,  wenn  man
sie  nur  mit  den  Fingern  ein  wenig  am  Unterleibe  drükte,
und  so  gab  auch  durch  diesen  Handgriff  das  Männgen
seinen  Saamen  durch  den  After  von  sich.  §.  80.  84.
Jch  machte  meinen  Versuch  mit  meinen  Jungfersalamandern, =
  und  wie  nun  ihre  Eier  zum  Vorschein  kamen,
so  befeuchtete  ich  sie  mit  etlichen  zu  dieser  Absicht  gesammelten ¬
  Tropfen  von  dem  Saamen  einiger  Männgen. =
  Aber  auch  dieses  Kunstgriffs  ohnerachtet,  habe
ich  doch  keinen  einzigen  Salamander  aus  allen  diesen ¬
  im  Wasser  sorgfältig  aufgehobenen  Eiern  erzeugen ¬
  können.
§.  129.
Durch  alle  diese  fruchtlosen  Versuche  wurde  ich
muthlos  gemacht,  ich  wolte  schon  dieses  Unternehmen,
welches  ich  in  der  Ausführung  unmöglich  fand,  aufgeben, ¬
  als  ich  bei  fernerm  Nachdenken  entdekte,  daß
ich  einen  Hauptumstand  vergessen  hatte.  Ich  habe
gesagt,  daß  das  Männgen  seinen  Saamen  ins  Wasser
lasse,  und  daß  er  hernach  mit  demselben  sich  ins  Weibgen
ziehe,  und  bis  zu  den  Eiern  in  den  Eierstoksröhren,  die
nahe  am  Mastdarme  liegen,  hinauf  dringe,  §.  80.  81.
Natürlicherweise  ist  der  Saame  sodann  nicht  mehr  rein,
sondern  mit  mehr  oder  weniger  Wasser  vermischt,  und
dieses
            
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