156 II. Abhandlung. Zweites Kapitel.
Zweites Kapitel.
Die künstliche Befruchtung des Wasser=Salamanders und
der stinkenden Erdkröte.
§. 128.
Die natürliche Befruchtung des Wasser=Salamanders
geschieht nicht außer dem Körper des Weibgens, wie
bei den Fröschen und Kröten, sondern in dem Körper
§. 80. 81. 84. Jch konte die Eier nicht befruchten,
wenn sie die Mutter schon gelegt hatte, sondern ich
muste es auf einem andern Wege versuchen. Diese
Thiere haben keine Gebärmutter: die Früchte gehen
aus den Eierstökken, durch die Röhren derselben gerades
Weges in den Mastdarm und kommen durch den After
zum Vorschein; eben durch diesen Weg zieht sich auch der
vom Männgen ausgesprizte Saamen bis in die Eierstoksröhren, ¬
und beschwängert die Eier, die sich zunächst =
am After befinden. Jch habe dieses schon §. 84.
gezeigt, auch hat man an diesem Orte gesehn, daß
die entferntesten Früchte, die sich noch nicht im Mastdarm, =
oder noch zu hoch oben in den Röhren des Eierstoks ¬
befinden, noch nicht befruchtet sind: sie müssen
weit tiefer herabkommen und an derjenigen Stelle
treten, die schon befruchtet worden sind. Dann
kommen diese erst durch den Mastdarm zum Vorschein.
Ich muste also die in dem obern Theile der Eierstoksröhren ¬
befindlichen Eier mit dem männlichen Saamen
befeuchten, wie ich auch wirklich schon, aber ohne Erfolg, =
gethan hatte. Dennoch aber blieb ich bei dieser
Erfindung. Ich eröffnete nämlich die Eierstoksröhren