Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Künstl.  Befruchtung  der  stinkenden  Erdkröte  rc.  153
die  Stelle  eines  Geburthshelfers  vertrete,  und  mit
seine  Hinterzehen  die  Schnur  aus  dem  After  herausziehe. ¬
  Dagegen  aber  sah  ich  etwas,  wovon  er  nichts
bemerkt  hat,  daß  nämlich  das  Männgen  die  Schnure,
so  wie  sie  nach  und  nach  durch  den  After  zum  Vorschein
kam,  mit  seinem  Saamen  besprizte.  Ich  sezte  diese
Beobachtung  dreizehn  Minuten  lang  fort:  dann  aber
öffnete  ich  sogleich  beide,  das  Männgen  so  wohl  als
das  Weibgen,  um  folgende  Versuche  anzustellen.
Sobald  ich  die  Gebärmutter  des  Weibgens  eröffnet ¬
  hatte,  zog  ich  sogleich  den  Rest  der  Schnure  heraus,
deren  Länge  ohngefähr  eine  Elle  betrug:  diese  theilte
ich  in  vier  Theile:  davon  ich  den  ersten  ganz  unbenezt
ließ,  den  andern  aber  mit  Saamen  aus  den  Saamenbläsgen =
  des  Männgens;  den  dritten,  mit  dem  aus
den  Hoden  des  Männgens  ausgepresten  Safte,  und
den  vierten  Theil  mit  eben  der  Feuchtigkeit,  womit  das
Männgen  die  aus  dem  After  hervorkommende  Schnure
besprizt  hatte,  befeuchtete.  Ich  hatte  mir  zu  dieser
Absicht  ein  paar  Tropfen  in  einem  Uhrglase  aufgehoben.
Diese  vier  Theile  der  gedachten  Schnure  wurden  in
vier  besondre  mit  Wasser  gefülte  Gefäße  gelegt,  und
in  ein  Fünftes  that  ich  das  Stükgen  von  der  Schnure,
welches  das  Männgen  selbst  befrüchtet  hatte.
Die  Resultate  waren  durchgängig  dem,  was  ich
schon  bemerkt  hatte,  vollkommen  gleich,  bis  auf  den
Theil  der  Schnure,  welcher  gar  nicht,  weder  mit  Saamen ¬
  noch  mit  dem  Safte  aus  den  Hoden,  war  befeuchtet ¬
  worden:  in  den  drei  andern  Stükgen,  waren  schon
am
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