152 II. Abhandlung. Erstes Kapitel.
sie, wie die Frösche: die andere hat eine glänzende Haut,
der Körper ist gedrängter, und sie macht lauter kleine
Sprünge. Das Männgen der erstern macht ein Geschrei, ¬
wie ein Mensch, der mit dem Munde pfeift, die
Andre aber hat bei ihrem Geschrei einen dumpfigten
Ton; welches doch beweist, daß das Werkzeug der
Stimme unterschieden ist. Auch sind die Zeugungsglieder ¬
bei den Weibgen unterschieden. Die stinkenden
Erdkröten geben durch den After zwei Schnuren von
sich, die andre Kröte aber giebt nur eine einzige; die
stinkende Eigenschaft hat der ersten den Namen gegeben: ¬
die andern aber riechen wie Knoblauch. Endlich
noch ein Unterschied: die stinkende Kröte hält in der
Begattung mit den Pfoten das Weibgen über der Brust
fest an sich gedrükt, die Andre schlägt die Pfoten bei
dieser Gelegenheit über den Bauch: diesem nach, läßt
sich diese Kröte weder mit der andern, die rothe Augen
und einen warzigen Rükken hat, noch mit Rösels
seinen vergleichen, (Bufo igneus) weil die leztre am untern
Theile des Körpers mit goldgelben Flekken, oder feuerfarbig ¬
gezeichnet ist, davon man bei der andern nicht
die mindeste Spur antrift.
Die erste, die ich bekam, begattete sich mit dem
Weibgen, welches seine Schnure durch den After von
sich gab: diese Naturscene war eben dieselbe, wie sie
Herr Demours mit angesehen hatte §. 102. Ich
sezte dies verliebte Paar auf die flache Hand, es wurde
anfangs sehr dadurch erschrökt, bald aber darnach fuhr
das Weibgen wieder fort seine Schnure von sich zu geben, ¬
wie es auch der französische Beobachter gesehn
hat: doch habe ich nicht bemerkt, daß das Männgen
die