150 | II. Abhandlung. Erstes Kapitel.
Diese Larven hob ich sorgfältig im Wasser auf, aber es
wolte keine einzige davon lebendig werden: dieser Umstand ¬
belehrte mich, wie nöthig der oberwähnte Nahrungsschleim ¬
für diese kleinen Geschöpfe wäre, weil sie
doch umkamen, wenn sie auch befruchtet waren, ob sie
gleich nachher mit Schleim überzogen erschienen.
§. 125.
Nunmehr hatte ich wegen der künstlich nachgeahmten ¬
Befruchtungen weiter keinen Zweifel, da ich
selbige so oft mit glüklichem Erfolge wiederholt hatte;
aber nun dachte ich darauf, wie ich die Befruchtung
mit der, aus den Hoden des Froschmänngens ausgepresten ¬
Feuchtigkeit bewirken wolte, weil die Hoden eigentlich ¬
die Werkzeuge sind, in welchen der Saamen sich
erzeugt und zur Erzeugung tüchtig wird. Die gar
kleine Gestalt dieser Körper gestattete nicht, daß ich
diesen Saft recht rein bekommen konte: ich hatte also
keinen andern Weg vor mir, als die Hoden in Stükgen
zu zerschneiden und den Saft aus denselben zu pressen,
um mich dessen zur Befruchtung zu bedienen. Die
beiden Hoden liegen in den Kröten mit rothen Augen
und warzigem Rükken, über dem obern Theile der
Nieren: ihre äußere Farbe ist gelb, die Gestalt länglich, ¬
an einem Ende sind sie etwas stärker als am andern, =
und sehen den Hoden junger Hähne gleich: in
der Begattungszeit sind sie durch und durch weich, und
voll von ziemlich dikkem und obenhin klebrigtem Safte:
nachdem ich mir ein Theil dieser Feuchtigkeit in einem
Uhrglase gesammelt hatte, benezte ich mit diesem Safte,
vermittelst eines Pinsels, hundert Larven, theils solche,
die