Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

II.  Abhandlung.
Erstes  Kapitel.
148
men  befeuchtet  worden  waren:  nur  eine  geringe  Anzahl
wurde  belebt,  sobald  ich  einen  Theil  des  Schleims  von
den  noch  unbelebten  Larven  wegnahm.  Einmal,  als  ich
ein  sich  begattendes  Weibgen  öffnete,  fand  ich  die  Larven ¬
  im  Unterleibe,  sie  waren  schwarz  wie  sie  bei  ihrer
Reife  aussehen,  aber  sie  waren  nicht  mit  Schleim
überzogen,  weil  sie  nicht  durch  die  Röhren  der  Eier  gegangen ¬
  waren.  Diese  Früchte  kamen  auch  nicht  zum
Leben,  ob  ich  sie  gleich  mit  männlichen  Saamen
benezt  hatte.
§.  124.
Aus  eben  der  nur  gedachten  Ursache  können  die  Larven, =
  welche  aus  dem  Eierstokke  genommen  werden,  wenn
man  sie  gleich  auf  angezeigte  Art  befeuchtet,  sich  nicht  entwikkeln. ¬
  Die  Eierstökke  bestehen  aus  zwei  größern  Theilen,
die  von  kleinern  zusammengesezt  sind:  dieses  Behältniß  ist
mit  den  zarten  Larven  ganz  angefült,  und  sie  bleiben  so
lange  an  diesem  Orte,  bis  die  Mutter  auf  dem  Punkt
ist,  ihr  Geschlecht  fortzupflanzen:  alsdenn  reissen  sie
sich  von  den  kleinen  Stielen,  die  sie  mit  dem  Eierstokke
verbinden,  los,  um  durch  die  Röhren  in  die  Gebärmutter ¬
  zu  gelangen.  Ich  nahm  nun  auch  verschiedne  Larven, ¬
  die  vom  Eierstokke  sich  loszureissen  auf  dem  Punkt
waren,  befeuchtete  sie  mit  männlichen  Saamen,  aber
allzeit  ohne  Erfolg.  Dieser  Versuch  erwekte  bei  mir
eine  besondre  Idee.  Ich  hatte  bemerkt,  wie  einigen
Frosch=  und  Krötenweibgen  der  Unterleib  an  den  Orten, ¬
  wo  die  Eierstökke  lagen,  während  der  Begattung
aufplazte,  und  daß  sie,  ungeachtet  dieses  fatalen  Zustandes, ¬
  nicht  sogleich  starben,  sondern  doch  noch  ihre  zwei
Lar¬
            
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