Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Künstl.  Befruchtung  der  stinkenden  Erdkröte  rc.  147
Wenn  sich  die  Larven  ganz  nahe  in  der  Nachbarschaft
der  Gebärmutter  befanden,  so  entwikkelten  sich  die
meisten  von  denen,  die  ich  mit  Saamen  von  dem  Männgen =
  befeuchtet  hatte,  aber  diejenigen,  welche  dem  Eierstokke ¬
  näher  in  dem  engern  Theile  der  Röhren,  der  gegen =
  das  Herz  zu  liegt,  zurük  waren,  diese,  sage  ich,
entwikkelten  sich  nicht,  ob  ich  sie  gleich  mit  Saamen
befeuchtete.  Es  scheint,  daß  man  diesen  Unterschied
auf  diese  Art  erklären  könte:  der  klebrige  Schleim,  der
die  Larven  zusammen  hält,  und  der  auch  die  zwei
Schnuren  bildet,  verlängert  sich  in  diesen  Röhren,  indem =
  die  Larven  durch  dieselben  hindurch  gehen,  so,
daß  sie,  wenn  sie  in  dieselben  eintreten,  noch  gänzlich  ohne
die  klebrigte  Feuchtigkeit  sind;  daher  es  auch  kömt,
daß  die  Larven,  welche  am  längsten  auf  ihrer  Reise
durch  diese  Röhren  zugebracht  haben,  oder  die  schon
auf  dem  Punkt  sind,  in  die  Gebärmutter  einzutreten,
sich  auch  schon  mit  einer  weit  größern  Menge  Schleim
überzogen  finden.  Dieser  klebrige  Schleim  ist,  wie
ich  schon  angezeigt  habe,  von  der  Natur  auch  mit  zur
Nahrung  der  Larven  bestimt.  Diejenigen  also,  die
mit  hinlänglicher  Menge  Schleim  überzogen,  oder  schon
nahe  an  der  Gebärmutter  zu  finden  sind,  werden  nicht
so  vergeblich,  wie  etwan  bei  denen  geschieht,  denen  dieser ¬
  Schleim  fehlt,  mit  Saamen  benezt;  weil  die  leztern ¬
  doch,  ob  sie  auch  schon  befruchtet  sein  möchten,
aus  Mangel  der  Nahrung  verderben.  Noch  mehr
aber  wurde  ich  von  der  Nothwendigkeit  dieses  Schleims
bei  der  ersten  Erzeugung  der  Larven  überzeugt,  weil
alle  diejenigen,  von  denen  ich  den  Schleim  nahm,  kein
Leben  bekamen,  ob  sie  gleich  mit  des  Männgens  SaaK ¬
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