Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

II.  Abhandlung.
Erstes  Kapitel.
146
gewundener  Schnure  angefült  war,  welches  sich  allezeit =
  so  verhält,  wenn  sie  durch  den  After  abzugehn  anfängt: =
  alsdenn  zog  ich  einen  Theil  durch  den  After  heraus, =
  und  befeuchtete  sie  mit  dem  Saamen  des  Männgens, =
  that  sie  in  ein  Gefäße  mit  Wasser,  und  brachte
den  Rest  der  Schnure,  welcher  noch  in  der  Gebärmutter =
  war,  zu  gleicher  Zeit  in  ein  ander  Gefäß  mit  Wasser,
aber  diese  leztern  entwikkelten  sich  nie,  da  diejenigen,  die
ich  befeuchtet  hatte,  allezeit  belebt  wurden  und  ausschlüpften. =
  Die  Larven  also,  die  in  die  Gebärmutter  schon  gekommen ¬
  waren,  hatten  auch  die  zur  Befruchtung  nöthige =
  Reife  erlangt.
Während  der  Zeit,  als  ich  diese  Versuche  machte,
fiel  mir  ein  Umstand  vor,  der  es  verdient,  daß  ich  ihn
anführe;  nachdem  ich  den  Saamen  dieser  Kröten  oft
durchs  Mikroskop  betrachtet  hatte,  fand  ich  in  demselben =
  eine  Menge  Saamenwürmer,  die  ebenfals  länglicht =
  wie  bei  den  Fröschen  aussahen,  und  welche  in  ihrer =
  Bewegung  von  Ort  zu  Ort  ein  Zittern  zeigen  und
ihren  Körper  in  etwas  winden  oder  drehen;  doch
aber  habe  ich  diesen  Saamen  auch  zweimal  ohne  Würmer =
  gesehen,  und  wenn  ich  die  aus  der  Mutter  gezogene =
  Larvenschnuren,  mit  diesem  Saamen  ohne  Würmer =
  benezt  hatte,  so  wurden  sie  eben  so  gut  befruchtet,
als  wenn  sie  mit  Saamen,  der  Saamenwürmer  hatte,
befeuchtet  worden  waren.
§.  123.
Hierauf  unternahm  ich  die  Versuche  mit  denen  in
den  Röhren  der  Eier  noch  eingeschlossenen  Larven,  welche =
  darinne  sind,  während  sich  die  Weibgen  begatten.
Hier  soll  der  Erfolg  dieser  meiner  Versuche  erscheinen.
Wenn
            
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