Künstl. Befruchtung der stinkenden Erdkröterc. 139
Wirkung bei den Thieren, wo die Befruchtung außerhalb ¬
ihres Körpers geschieht, wie bei Fröschen und
Kröten, bleiben müssen. Als ich im Jahr 1767 meinem
Freunde, dem Herrn Carl Bonnet, meine ersten
Beobachtungen über die Präexistenz der Keime in den
Fröschen mittheilte, ermunterte er mich in seiner Antwort, ¬
die Befruchtung durch künstliche Mittel in gedachten ¬
Amphibien zu versuchen: Da ich nun die Wichtigkeit =
dieser Versuche, in Absicht auf die thierische Natur ¬
und die Erzeugung überhaupt, gar wohl einsahe,
entschloß ich mich auch fest, sie ohne Anstand zu unternehmen; ¬
und da ich meine Abhandlung über die Wiederhervorbringung ¬
thierischer Theile 1768. bekant
machte, hielt ich diesen meinen Vorsatz nicht geheim,
den ich aber erst 1777 und vorzüglich 1780 im Frühlinge
ausführen konte. In diesen beiden Frühlingen habe
ich erst meinen Absichten Genüge leisten können. Die
Thiere, die ich zu meinen Versuchen brauchte, waren
diejenigen, von welchen in den fünf vorhergehenden
Kapiteln ist gehandelt worden.
§. 119.
Die Erdkröte mit rothen Augen und Warzen auf
dem Rükken, ist eines von denjenigen Thieren, welche
sich gleich anfangs im Frühjahr begatten, und diese
war es auch, die mir zuerst Gelegenheit zur künstlichen
Befruchtung gab. Ich habe oben gesagt, daß sich das
Weibgen zweier Schnuren, die durchsichtig, schleimig
und voller schwarzer Kügelchen sind, durch den After
entledigt, diese enthalten die Larven, welche das Männgen, ¬
sobald sie nur zum Vorschein kommen, mit seinem
Saamen