Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

136  I.  Abh.  Erster  Abschnitt.  Siebendes  Kapitel.
„Erdballe,  und  ein  Lichtkügelgen  in  der  Sonne.  Es
„ist  bewiesen,  daß  eine  Unze  Gold,  durch  die  Kunst  so
„sehr  zertheilt  werden  kan,  daß  ein  Faden  daraus  ent„steht, =
  der  die  Länge  von  achtzig  bis  hundert  französi„schen =
  Meilen  hat:  man  zeigt  uns  Thiere  durchs  Mi„kroskop, =
  deren  viele  tausende  zusammen  noch  nicht  den
„kleinsten  Staubtheilgen  an  Größe  beikämen.  Man
„macht  hundert  Beobachtungen  von  ähnlicher  Art,  und
„doch  solte  man  die  Theorie  der  Keime  für  widerspre„chend ¬
  ausgeben  u.  s.  w."  Ja  was  noch  mehr  ist:  ich
hatte  im  Artikel  142.  eine  lange  Stelle  von  Bourguet ¬
  eingerükt,  um  die  Rechnungen  zu  widerlegen,
durch  welche  Hartsöker  die  Einbildungskraft  unterjochen ¬
  wolte.  Hat  denn  Herr  Pirri  nicht  einmal  sopiel ¬
  begriffen,  daß  ein  Mangel  an  Aufrichtigkeit,  welcher =
  doch  so  leicht  zu  entdekken  war,  sein  eigen  Werk
verdächtig  machen  würde?
Ich  bin  noch  mehr  über  eine  andre  Stelle  dieses
Schriftstellers  erstaunt,  die  ich  in  ihrem  Schreiben  gefunden ¬
  habe,  wo  er  sich  folgendergestalt  ausdrükt;
„Die  Entwiklung  der  Keime  ist,  nach  dem  Geständniß
„des  Herrn  Bonnet,  ein  System,  das  aus  den  un„bestimtesten ¬
  Versuchen  und  Beobachtungen,  die  gar
„keine  Folgerungen  gestatten,  hergeleitet  ist."  Dieser
so  bestimte  und  doch  so  falsche  Saz  kan  Niemand  irre
machen,  als  nur  denjenigen,  der  meine  Schrift  gar  nicht
gelesen  hat:  denn  welcher  unter  allen  meinen  Lesern
solte  nicht  wissen,  daß,  nach  meiner  Behauptung,  die
Entwikkelung  der  Keime  durch  die  zuverläßigsten  Versuche, ¬
  und  zusammenhängendsten  Beobachtungen  bewährt =

            
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