Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

130  I.  Abh.  Erster  Abschnitt.  Siebendes  Kapitel
„ter  vorhanden  gewesen  sein.  Denn  das  Gedärme
„des  Hühnchens  ist  eine  zusammenhängende  Fortse„tzung ¬
  von  der  Haut,  die  das  Dotter  umgiebt,  es  ist
„folglich  die  innere  Haut  des  Gedärmes  von  gleicher
„Art  mit  der  Oberhaut,  und  die  äußerliche  endlich  der
„Haut  des  Dotters  gleich."
Hier  folgen  auch  die  eignen  Worte,  des  Herrn
Pirri:  „Weil  der  Herr  von  Haller  erwiesen  hat,
„daß  die  Haut  des  Eidotters,  welche  schon  ursprünglich
„in  dem  befruchteten  Ei  vorhanden  wäre,  sich  in  die
„engen  Gedärme  des  Küchelchens  verwandele;  so  schließt
„er  hieraus,  daß  dieselbe  schon  vor  der  Befruchtung
„des  Eies  müsse  vorhanden  sein."
Jch  wünsche,  daß  der  römische  Arzt  selbst  entscheiden =
  möchte,  ob  seine  Worte  mit  dem  Sinne  des  Herrn
von  Hallers  übereinstimten.  Gewiß  ist  es,  daß
Herr  Pirri  der  Beobachtung  des  Herrn  von  Hallers
eine  andre  an  die  Seite  gesezt  hat,  die  er  zu  widerlegen ¬
  gesucht:  allein  es  ist  auch  dieses  zu  bedenken,
daß  die  andre  Beobachtung  dem  Herrn  von  Haller
nicht  so  wichtig  geschienen,  als  die  erstere,  weil  sie
ihm  nicht  so  überzeugend  vorkam:  dies  wolte  ich  nicht
gerne  undemerkt  lassen.
Es  ist  mir  leid,  mich  gezwungen  zu  sehen,  diese
Unrichtigkeiten  eines  Gelehrten,  den  ich  schätze,  zu  rügen, ¬
  und  mit  welchem  ich  mich,  seit  der  Bekantmachung
seiner  Schrift,  in  Verbindung  eingelassen  habe.  Allein ¬
  bei  dem  Gegenstande  dieser  Abhandlung  kan  ich  es
nicht
            
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