Full text : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Prüfung  einiger  andrer  Einwürfe,  rc.  127
Am  vierzigsten  Tage  sind  alle  gedachte  Theile  noch
stärker  und  kentlicher;  man  sieht  den  Ursprung  der  hintern ¬
  Schenkel,  man  sieht  gleichsam  schon  im  voraus
die  vordern,  sie  sind  aber  noch  unter  den  allgemeinen
Bedekkungen  der  Brust  verstekt.
Vierzehn  oder  zwanzig  Tage  hierauf,  auch  bisweilen ¬
  früher  oder  später,  sieht  man  in  Larven  von  einer ¬
  und  eben  der  Mutter,  die  vordern  Schenkel  zum
Vorschein  kommen,  ihr  Bau  ist  eben  derselbe,  er  verändert ¬
  sich  auch  nicht  in  den  folgenden  Tagen,  wenn
die  Schenkel  schon  gebildet  sind,  wenn  der  Schwanz
sich  verliehrt,  und  die  Larve  die  Gestalt  des  Frosches
annimt.
Innerhalb  achtzig  Tagen,  eher  später  als  früher,
hat  der  Frosch  seine  vollkomne  Gestalt  erreicht,  und
ist  von  andern  nur  in  Ansehung  seiner  Größe  unterschieden: ¬
  sein  Bau  ist  aber  eben  derselbe,  wie  er  in
der  Larve  angetroffen  wird,  sie  hat  die  nämlichen  Werkzeuge, ¬
  die  nämlichen  Schlagadern,  Blutadern  und
Nerven,  und  die  Knochen  sind  von  derselbigen  Struktur =
  und  Gestalt.  Ich  breche  ab,  um  eine  ekelhafte
Wiederholung  zu  vermeiden:  die  Einförmigkeit  und
Gleichheit  zwischen  der  Larve  und  dem  Frosche  ist  also
gewiß  und  ausgemacht:  allein,  wenn  Herr  Pirri
dennoch  einige  Zweifel  behält,  weil  der  Frosch  weder
Floßfedern  noch  Schwanz  hat,  wie  die  Larve,  und
der  Frosch  vier  Füsse  hat,  die  man  an  der  Larve  auch
nicht  entdekt:  so  werde  ich  ihn  erinnern,  daß  das
Hühngen  im  Ei  die  Gestalt  eines  Wurmes  zeigt,  der
einen  dikken  Kopf  und  langen  Schwanz  hat,  daß  dessen =

            
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