Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

124  I.  Abh.  Erster  Abschnitt.  Siebendes  Kapitel.
der,  allerlei  Einwürfen  ausgesezt  sein  würde,  doch
aber  hätte  ich  nicht  geglaubt,  daß  sie  von  solcher  Art,
wie  die  gegenwärtigen,  sein  würden;  weil  ich  mich  auf
das  Ansehn  eines  Swammerdams,  Vallisnieri,
Rösel  und  so  vieler  anderer,  gegründet  habe,  die
alle  darinne  einig  sind,  daß  der  Frosch  und  die  Larve
nur  ein  Thier  seien.  Es  ist  bekant,  daß  viele  Insecten
erst  Wurm,  sodann  Puppe,  und  hernach  ein  fliegendes
Thier  werden:  es  ist  aber  eben  so  bekant,  daß  diese
drei  immer  ein,  und  eben  dasselbige  Thier,  unter
dreierlei  Gestalten  sind;  und  zwar  dergestalt,  daß
das  fliegende  Thier  unter  den  Einwikkelungen,  oder
den  Häuten  des  Wurms  und  der  Puppe  vorhanden  war,
woraus  es  sich  sodann  völlig  entwikkelt.  Die  Larve
ist,  in  Ansehung  des  Frosches,  was  die  Puppe  gegen  das
fliegende  Thier  ist:  dieß  hat  Swammerdam  deutlich ¬
  erwiesen,  da  er  den  Frosch  unter  der  Schale  oder
der  Haut  der  Larve  fand,  wie  der  Schmetterling  in
der  Hülse  der  Puppe  gefunden  wird.  Ich  hatte  also
Ursache  zu  glauben,  daß  Larve  und  Frosch  einerlei  Geschöpfe =
  wären.  Ueberdieß  war  mein  Vorgeben  auf  zuverläßige ¬
  Versuche  gegründet,  und  dasjenige  des  Hrn.
Pirri  ist  ganz  grundlos.  Dennoch  aber  hat  mich
das  Ansehn  des  Herrn  Pirri  dahin  vermocht,  eine
nochmalige  besondre  Untersuchung  der  Beobachtungen
Swammerdams  anzustellen,  ob  Larve  und  Frosch
ein,  und  eben  dasselbe  Thier  sei?  Man  mußte  also  vor
allen  Dingen  zeigen,  daß  der  innere  Bau  der  Larve  eben
so,  wie  der  Frosch,  beschaffen  sei.  Fände  man  nun,  daß
eben  das  Nervensystem,  eben  die  Schlag=  und  Blutadern, =
  nebst  den  Muskeln,  Herz,  Leber,  Lunge  und
andern
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer