Full text : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

114  I.  Abh.  Erster  Abschnitt.  Sechstes  Kapitel.
ren  anderthalb  Linien  lang,  bewegten  sich  fast  beständig, ¬
  und  waren  auch  mit  einem  Ende  an  die  Blase
gewachsen.  Bis  hieher  sind  wir  völlig  mit  Gautier
einstimmig;  nur  aber  können  diese  Würmer  keine  FroschFötus ¬
  seyn:
1)  Weil  man  diese  Würmer  so  wohl  in  der  Blase
des  Männgens  als  auch  des  Weibgens  antrifft,
da  sie  doch  nur  bey  dem  Männgen  gefunden  werden =
  solten;
2)  Man  entdekt  diese  Würmer  nicht  in  der  Blase
aller  begatteten  Frösche,  wie  ich  dies  bey  einer
Menge  eröffneter  Frösche  gesehn  habe;
3)  Ich  habe  vielleicht  zwanzig  von  diesen  Würmern
in  begatteten  Froschmänngen  angetroffen,  und
habe  doch  mehr  als  tausend  Eier  in  dem  Weibgen, =
  (gleich  wie  Swammerdam)  gefunden.
4)  Nach  der  Befruchtung  müßte  das  Männgen  weiter =
  keine  Würmer  bei  sich  haben;  aber  ich  habe
deren  Menge  nicht  vermindert  gefunden.
5)  Diese  Würmer  müßte  man  doch  an  der  Frucht,
an  welche  sie  sich  anhängen,  und  von  ihr  nähren,
sehen,  eben  so  gut,  wie  man  die  Frucht  sieht;
aber  ich  muß  sagen,  daß  ich  nie  dergleichen  entdekt ¬
  habe,  ob  ich  mir  gleich  deshalben  alle  Mühe
gegeben  habe.
6)  Endlich  tragen  diese  Würmer  zur  Erzeugung  nichts
bei,  weil  ich  die  Eier  (Fætus)  künstlicher  Weise
mit  der  Saamenfeuchtigkeit  des  Männgens  befruchtet ¬
  habe,  worinne  kein  Wurm  war,  wie  man
noch  aus  meinen  folgenden  Untersuchungen  ersehen =
  wird.
Die¬
            
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