Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Bemerkungen.
III
daß  es  mit  den  Kröten  eben  auch  auf  solche  Art  beschaffen =
  sein  mag.  Wir  wollen  also  annehmen,  sie  sollen
sich  neun  Jahr  hintereinander  vermehren,  und  diesem
zu  Folge  müßten  auch  die  Weibgen  neunmal  Eier  legen.
Wenn  man  diese  Weibgen  von  ihrem  ersten  Jahre  an
untersucht,  findet  man  keine  Eier  in  ihren  Eierstökken,
sie  erscheinen  erst  im  zweiten  Jahre,  sodann  aber  entdekt ¬
  man  eine  doppelte  Abtheilung  der  Eier;  nämlich
man  findet  die,  welche  reif  sind,  und  dies  Jahr  hervor ¬
  kommen  sollen,  und  diejenigen,  welche  noch  nicht
so  weit  in  ihrer  Vollkommenheit  sind,  und  erst  im  folgenden ¬
  Jahre  erscheinen;  im  dritten  Jahre  trift  man
die  dritte  Ordnung  an,  und  im  vierten  nimt  man  die
vierte  Ordnung  wahr,  und  so  bringt  in  der  Folge  immerfort ¬
  ein  jedes  Jahr  eine  neue  Ordnung  von  Eiern
zur  Reife.
Nun  fragt  sich  also,  ob  denn  diese  Ordnungen,
welche  im  andern  und  folgenden  Jahren  im  Eierstokke
erscheinen,  schon  in  unsichtbarer  Gestalt  vorhanden
sind?  erfordern  sie  nichts,  als  nur  Zeit,  um  sichtbar  zu
werden?  oder  erzeugen  sie  sich  wirklich  alle  Jahre?
Die  Antwort  hierauf  scheint  mir  nicht  schwer  zu
sein:  weil  es  ähnliche  Bildungen  (Formations)  organisirter ¬
  Geschöpfe  im  Thier-  und  Pflanzenreiche  giebt,  die
Vertheidiger  der  Epigenese  mögen  dagegen  einwenden,
was  sie  wollen:  und  weil  man  in  der  ganzen  Natur
überall  solche  organische  Entwikkelungen,  wie  viele  berühmte ¬
  Naturforscher  gezeigt  haben,  wahrnimt,  so  ist
es  ganz  natürlich  zu  glauben,  daß  die  verschiednen  Ordnungen ¬
  der  Eier  (Foetus),  die  jährlich  im  Eierstokke  erschei¬ ¬

            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer