84 I. Abh. Erster Abschnitt. Sechstes Kapitel.
die man als das Werk einer unermeßlichen Weisheit
betrachten muß, auch unendlich mannichfaltig sind.
Dritte Bemerkung.
§. 96.
Ob man nun gleich die hier untersuchten Thiere
mit Recht Amphibien nent, weil sie im Wasser
und auch auf der Erde leben, so muß man doch den
gemeinen Frosch und Salamander ausnehmen: diese
halten sich gewöhnlicher Weise außer dem Wasser auf,
und begeben sich nur in dasselbe, um ihr Geschlecht
zu vermehren. Gleichsam, als ob sie wüßten, daß ihre
Früchte auf der Erde vertroknen und verderben würden, ¬
legen sie dieselben in's Wasser, wo sie allein sich
entwikkeln und wachsen können: aber zu dieser wichtigen =
Absicht, lassen sie dieselben nicht aufs gerathe wohl
in jedes Wasser: denn niemals werden sie ihre Eier
in Flüssen oder reissenden Strömen von sich geben, sondern ¬
nur in dem Gewässer der Gräben, kleiner Teiche,
und Moräste: kurz, sie erwählen stillstehende oder wenig ¬
bewegte Wasser, und die Ursache hiervon ist klar.
Die Flüsse und reissenden Ströme würden sie nebst ihren ¬
Früchten fortreissen, da sie leichter als das Wasser ¬
sind, und durch die Bewegung, die ihnen das
Wasser verursachte, und durch die Stöße, die sie am
Ufer oder an andern entgegenkommenden Hindernissen
erleiden könten, würden sie alsdenn Gefahr laufen,
umzukommen. Alle diese Ungemächlichkeiten sind in
ruhigen stillstehenden Wassern nicht zu finden: die
kleinen Larven treffen daselbst ihre Nahrung an, die
vor=