82 I. Abh. Erster Abschnitt. Sechstes Kapitel.
ausgenommen, das sie umgiebt. Man muß also
diese Thierart von der Klasse der Eierlegenden ausnehmen, ¬
worunter sie, obgleich mit Unrecht, von den Naturforschern ¬
und Verfassern der Wörterbücher und
Systeme gerechnet worden, und sie künftig zu denen
zählen, die ihre Junge lebendig gebären.
Allein hierbei kömt ein Umstand vor, der Aufmerksamkeit ¬
verdient. Die bisher bekanten lebendiggebärenden ¬
Thiere, haben das mit einander gemein,
daß sie ausgebildet zur Welt kommen, und die Gestalt,
die sie gleich Anfangs haben, Zeit ihres Lebens behalten: =
Sie entwikkeln sich, ohne ihre Gestalt zu ändern:
es ist sogar bekant, daß sie ihre Gestalt lange vor der
Geburt haben, welches man bei zufrühzeitigem Abgange ¬
der Früchte sieht. Auf gleiche Art sind auch
die in Eiern ans Licht kommenden Thiere nicht nur
gebildet, sondern sie sind es schon lange vorher gewesen; ¬
dieses geben uns die Eier der Vögel, Schlangen,
Krokodille und Schildkröten deutlich zu erkennen.
Man zerbreche ihre Eier, und man wird die in ihnen
verschloßnen Früchte, mehr oder weniger ausgebildet,
je nachdem sie längere oder kürzere Zeit bebrütet worden ¬
sind, antreffen: Eben dieses habe ich auch in
Insecteneiern, die dem Auskriechen nahe waren, gefunden. ¬
Wenn ich ihre häutigen Hüllen mit spizigen
Instrumenten eröffnete, fand ich in denselben die Embryonen ¬
gebildet und in zukkender Bewegung. Indessen ¬
sehen doch die Früchte der Frösche und Kröten,
wenn sie nur erst gebohren und noch eingehüllt sind,
kleinen Kugeln ähnlich: und es geschieht nur erst nach
eini¬