fullscreen : Kirschberg, Manfred: ¬Der Postscheck

1.  Wirtschaftlicher  Teil.
Einleitung.
1.
Die  wirtschaftliche  Bedeutung  des  Scheckwesens*).
Nach  den  großen  sozialen  Umwälzungen  am  Ende  des
18.  und  im  Anfang  des  19.  Jahrhunderts  trat  die  zivilisierte
Welt  in  eine  neue  Phase  der  Entwicklung.
Großartige  Erfindungen -
  der  Technik  und  Fortschritte  der  Naturwissenschafteng ¬

stalteten  die  Physiognomie  des  Erdballs  um  und
übten  auf  fast  allen  Gebieten  menschlicher  Tätigkeit  einen
bedeutenden  Einfluß  aus;  sie  haben  dem  19.  Jahrhundert  ein
eigenartiges  Gepräge  verliehen.
Bei  der  fortschreitenden  Entwicklung  des  Wirtschaftslebens
war  auch  die  Fortbildun
g  des  Zahlungswesens  unausbleiblich.
Infolge  des  Aufschwungs  von  Handel  und  Industrie  wurden
die  Bedürfnisse  an  Umlaufsmitteln  stark  gesteige
rt  und  konnten
nicht  mehr  durch  Metallgeld  und  Banknoten  befriedigt  werden.
Es  drängten  somit  die  Verhältnisse  dazu,  den  volkswirtschaftlichen ¬
  Zahlungsprozeß  durch  Einführung  von  Geldersatzmitteln
kreditwirtschaftlich  zu  organisieren.
Die  Tendenz  der  Arbeitsteilung,  die  auf  allen  Gebieten
des  modernen  Lebens  herrscht,  führte  auch  naturgemäß  zur
Übertragu
g  der  Zahlungsgeschäfte  an  berufsmäßige  Dritte,
’  Lit.  vgl.  Koch,  Bedürfnisse  und  Inhalt  eines  Scheckgesetzes  für
d.  deutsche  Reich.  Buschs  Arch.  Bd.  43  S.  138ff.  (1878).
            
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