hole.
über einige Versuche mit dem Magnet. 55
die zweyte theilet ihr hingegen eine beständige
Kraft mit, welche sie auch bey der horizontalen
Lage behält, und die man nur in Unordnung
bringen, keineswegs aber durch die senckrechte
Stellung gäntzlich vertilgen kan.
Es folgete also natürlicher weise aus diesen
beyden Erfahrungen, daß, weil bey der erstern
das unterste Ende, und bey der zweyten das
heiß gemachte Ende, allezeit die nach Süden
gerichtete Spitze der Magnet=Nadel anzogen,
sie dahero auch, wenn sie frey aufgehänget waren, =
sich nach Norden wenden musten. Und
dieses habe ich auch würcklich also erfahren,
als ich ein eisernes Stänglein, an welchem eines =
von seinen beyden Enden, mit aller vorher
angeführten Behutsamkeit, war heiß gemacht
worden, in der Mitte an einem zarten seidenen
Faden aufgehängt.
Es erforderte aber eben diese Probe bey dem
erstern Experiment etwas mehrere Vorbereitung, =
indem man die senckrechte Stellung
beybehalten muste, um das Stänglein in den
Stand zu setzen, daß es sich selbst richten konte, =
und die horizontale Lage wurde erfordert,
damit diese Richtung recht deutlich in die Sinne =
fiel; diese beyde Vortheile erhielte ich also
zu gleicher Zeit durch eine schräge Lage.
Ich
habe demnach ein solches Stänglein vermittelst =
zweyer Stücken Holtz dergestalt befestiget ,
daß selbiges, nachdem es an einem seidenen
Faden aufgehänget war, ohngefehr auf 45.
Grad gegen den Horizont inclinirte; auf solche
Art
D4
Memoir.
de
l'Acad.
1728.
pag. 510.