Full text : Dufay, Charles-François de Cisternai: Caroli de Cisternai du Fay Anmerckungen über verschiedene mit dem Magnet angestellete Versuche, welche er bey der Königl. Academie der Wissenschaften zu Paris in den gewöhnlichen Versammlungen ehemals öffentlich abgelesen, denen zugleich die in der Historie dieser Academie befindliche Einleitungen von dieser Materie, Wie auch des Herrn von Reaumur Versuche, womit er beweiset, daß der Stahl und das Eisen leichtlich magnetisch werden, wenn man sie gleich mit keinem Magnet bestrichen

I.  Vorbericht  zu  den  Anmerckungen
Histoire  mercken,  welchen  der  Herr  du  Far  angezeiget
de
hat.  Es  wird  nemlich  bey  dieser  Erscheinung
l'Acad
voraus  gesetzt,  daß  die  eiserne  Stange  durchaus
1728.
von  gleicher  Dicke  sey,  damit  der  Mittel=Punct
pag.4.
ihrer  Schwere  auch  gerade  in  der  Mitte  sey,  oder
den  Mittel=Punct  der  Figur  abgebe.  Wo  aber
dieses  nicht  ist,  so  wird  dasjenige,  was  wir  eben
jetzo  von  dem  Mittel=Punct  der  Figur  angezeiget
haben,  nur  bey  dem  Mittel=Punct  der  Schwere
eintreffen.  So  viel  Aufmercksamkeit  und  Richtigkeit =
  erfordert  also  dieses  Spielwerck  der  magnetischen =
  Kraft,  und  so  viele  Kleinigkeiten  sind
dabey  zu  beobachten,  die  man  gar  zu  leicht
übersehen  kan.
Bey  dieser  zweyten  Art  das  Experiment  zu
machen,  wird  die  Verwechselung  mit  den
Polis  allezeit  eben  so  wol  erfolgen  als  bey  der
erstern;  man  wird  auch  nichts  weiter  dabey
nöthig  haben,  als  daß  man  nur  das  andere  mal
die  eiserne  Stange  ebenfals  vertical,  aber
umgekehret,  an  die  Magnet=Nadel  halte.
Woher  mag  nun  aber  wol  diese  so  leichte
und  so  gesch  winde  Verwechselung  mit  den
Polis  kommen?  CARTESIUS  hat  in  seinem  LehrGebäude ¬
  von  dem  Magnet,  welches  auf  einem
solchen  scharfsinnigen  Grund  beruhet,  den  es
allerdings  verdienet,  und  das  daher  noch  allezeit ¬
  fest  bestehet,  dieses  besonders  vorausgesetzet, ¬
  daß  das  Eisen  ein  noch  unvollkommener
Magnet  sey,  weil  dessen  kleine  Oefnungen
(pori)  von  lauter  zarten,  aber  doch  steifen  und
metallischen  Härgen,  gantz  rauh  und  ungleich,
auch
            
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